In der letzten Lehrerkonferenz würdigte Rektorin Ursula Plohnke das Wirken von Hildegard Karl an der Schule. Nach dem Studium in Würzburg begann sie ihren Vorbereitungsdienst an der Volksschule Bad Bocklet und sollte dieser bis zur Pensionierung treu bleiben. Ihr Tätigkeitsspektrum war, neben der Hauptarbeit des Unterrichtens, vielfältig. Sie betreute lange Jahre Lehramtsanwärter bis zur Prüfung. Mit dem Religionsunterricht, den sie bis in die Hauptschulklassen erteilte, war sie maßgeblich an der Gestaltung der Anfangs- und Schlussgottesdienste beteiligt. Die Werteerziehung war ihr ein Anliegen, das sie auch mit dem Antiaggressionstraining Faustlos über viele Jahre verfolgte.
Den Englischunterricht in der Grundschule startete sie nach einer Ausbildung in England. Ihre Zusammenarbeit mit den Museumspädagoginnen des Schlosses Aschach unterstützte auch ihr Ehemann Alexander Karl, Leiter des Medienzentrums Bad Kissingen. Mit ihm drehte sie mit ihren jeweiligen Klassen Kurzfilme, die im Heimat- und Sachunterricht eingesetzt und ausgeliehen werden können. Das war zuletzt im Juli diesen Jahres ein Beitrag zum Thema Lebensmittelverschwendung. Auch ihre Liebe zum Tanzen brachte sie in ihre unterrichtliche Arbeit ein - fränkische Volkstänze führten ihre Schüler auch bei den Museumsfesten zur Freude der Besucher vor.
Plohnke hob vor allem Karls Achtsamkeit im Umgang mit Schülern, Eltern und Kollegen hervor. Sie war Ansprechpartnerin zu jeder Zeit und für jedes Anliegen.
Eine Abschiedsfeier wollte sie eigentlich gar nicht, aber das kam für für Schulleitung und Kollegium nicht in Frage. Für sie war die Abschiedsfeier eine Herzensangelegenheit. Und so gab es viel Musik mit der Schulband unter Leitung von Konrektorin Elisabeth Henneberger. Der Schulchor mit Carolin Hippler sang von der "Pädadogin aus Passion". Ihre letzte Klasse, die 3b, tanzte den "Schlamperer" und den "Schwarzen Peter".
Worte des Dankes kamen von Bürgermeister Wolfgang Back, der Klasseneltersprecherin Marion Krebsbach und der Vorsitzenden des Elternbeirats, Christina Martin.
Geschenke wurden überreicht, darunter zwei Mappen mit Gedichten und Briefen der Kinder. Darüber freute sich Hildegard Karl ganz besonders, war der Umgang mit dem geschriebenen Wort im Unterrichtdoch eine ihrer Lieblingsaufgaben. Zwei ratschende und sinnierende Kolleginnen gaben noch Worte des Abschieds in fränkischer Mundart.
Den Schluss sollte sie dann selbst mit gestalten. Vor dem Auskehren über einen roten Teppich gab es noch ein Tänzchen. Ihre große Leidenschaft seit 15 Jahren ist der Flamenco. Schülerinnen aus der 3. und 4.Jahrgangsstufe gaben davon kleine Kostprobe und dann auch sie selbst, mit ihrer langjährigen Tanzpartnerin und Kollegin. Pfarrer Michael Kubatko hatte in seinen Abschiedsworten verraten, dass sie künftig Spanisch lernen wolle. Ole konnte sie schon, und damit war sie dann auch weg.