Als Ebenhausen 1988 sein 1200-jähriges Bestehen feierte, belebten die damals Verantwortlichen des Festausschusses um 1. Vorsitzenden Bernd Sterrmann das alte Recht neu. Seit dem findet alljährlich zu Pfingsten ein buntes Markttreiben statt.
Der Ebenhäuser Markt reicht bis ins Mittelalter zurück. 1353 kam der Ort gemäß urkundlicher Nachweise zum Hochstift Würzburg und erhielt Stadt- und Marktrecht und die Privilegien, Zoll zu erheben sowie Gräben, Mauern und Türme zur Befestigung zu errichten. Diese Sonderrechte setzte die aufstrebende Stadt um. Relikte davon sind bis heute zu sehen wie Reste der alten Stadtmauer und das stattliche Schloss, das Sitz des Amtmanns der Würzburger Fürstbischöfe war.
Mit Hilfe der Städtebauförderung gelang es von 1997 bis 2010 unter Bürgermeister Siegfried Erhard, den historisch bedeutsamen Ortskern mit Rathaus, Museen, Backhäuschen, Schloss- und Kirchplatz sowie Henneberg-, Schloss-, Zehnt- und Kirchstraße, Schulumfeld, ehemaligen Friedhof, Hawacker- und Neuer See und weitere angrenzende Zonen herzurichten.
In die Altortsanierung flossen über vier Millionen Euro, von denen fast die Hälfte als Zuwendungen rückvergütet wurde. Förderungen erhielten auch Privatpersonen, wenn sie gemäß der Gestaltungssatzung ihre Anwesen herrichteten und den Altort neu belebten.

Schloss bleibt Sorgenkind

Einzig das Schloss ist bis heute Sorgenkind, war es doch lange Privatbesitz und die einstigen Eigentümer mit der Pflege des mächtigen Gebäudes überfordert. Per Verkauf ging es zunächst in fragwürdige Hände, ehe die Gemeinde das Schloss als Insolvenzobjekt übernahm. In Kürze wird ein Gutachten den baulichen Zustand verdeutlichen und aufzeigen, wie das Kleinod saniert werden kann. Die Kommune selbst wird dieses Projekt nicht meistern können, sondern auf einen Investor mit sinnvoller Nutzung setzen.

Vor 27 Jahren wachgeküsst

Der Marktbetrieb lief über lange Zeit bis ins 20. Jahrhundert hinein. Nach einem "Dornröschenschlaf" erwachte dieses Treiben 1988 neu mit Markt an Pfingstsamstag und -sonntag. Die anfängliche Euphorie bei Standbetreibern und Besuchern flachte zu Beginn des neuen Jahrtausends ab. 2011 reduzierten die Vereine in Absprache mit der Gemeinde den Markt auf den Pfingstsonntag, während am Vortag ein Fest für die Bewohner angeboten wurde.
Dieses Konzept gilt auch in diesem Jahr. Das Dorffest beginnt am Pfingstsamstag, 23. Mai, um 18 Uhr. Für Unterhaltung sorgt die Blaskapelle Ebenhausen am Kirchplatz. Erstmals wird der Arbeitskreis, der die Asylbewerberfamilien betreut, einen Infostand aufbauen, um seine Dienste zu verdeutlichen. "Wir würden uns über weitere Helfer freuen. Gerade deshalb werden wir zusammen mit Asylbewerbern für Gespräche bereit stehen", betont Cornelia Herterich vom Betreuerteam.
Am Pfingstsonntag, 24. 5., wird um 11 Uhr der eigentliche Markt am Schlossplatz eröffnet. Den kleinen Festakt umrahmt die Blaskapelle Ebenhausen. Als Marktleiter fungiert in bewährter Manier Peter Distler. Er geht von 40 Standbetreibern aus der näheren und weiteren Umgebung aus. Seit Jahren pflegt er die Verbindungen und gewinnt neue Aussteller. Die Palette der Angebote umfassen Blumen, Gewürze, Modeschmuck, Haushaltswaren, Geschenkartikel, Bekleidung, Lederwaren, Suppenwürfel, Spiel- und Holzwaren und vieles mehr. Dazu kommt ein Flohmarkt mit Allerlei aus Omas Zeiten. Im Laufe des Tages lockern Auftritte der Trachtengruppe um 14 Uhr auf dem Kirchplatz und der Notenkiller um 15 Uhr auf dem Schlossplatz den Ablauf auf. Die Vereine bieten an beiden Tagen vielerlei Köstlichkeiten aus Küche und Keller. Am Pfingstsonntag ist von 11 bis 17 Uhr das Heimatmuseum geöffnet.