Als Schüler wusste Manfred Klabouch nicht, dass es sich bei Roulette um ein Glücksspiel handelt. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, eine Ausbildung zum Croupier zu machen und sich in der Hierarchie der Spielbank Bad Kissingen über Tisch- und Saalchefposten bis nach oben durchzuarbeiten. Heute verantwortet der 58-Jährige als technischer Leiter den Spielbetrieb. Seit 15 Jahren teilt er das Personal ein und hat ein Auge auf den Geldfluss.

Mit 18 Jahren hat er zum ersten Mal eine Kugel an einem Roulettetisch geworfen. "Es war ein Donnerstag, das weiß ich noch. Ich war sehr aufgeregt", erinnert er sich an den ersten Arbeitstag. Seitdem hat sich vieles geändert, der Beruf wurde immer umfangreicher. Als Klabouch Mitte der 1970er Jahre seinen Dienst antrat, wurde ausschließlich französisches Roulette gespielt. Später kamen Kartenspiele wie Black Jack und Poker dazu. Die französische Roulettevariante wurde im Lauf der Zeit von der amerikanischen verdrängt. Der Grund: Für die französische Spielweise braucht es mehr Personal, sie ist für die Spielbanken aufwendiger und teurer. "Für den Gast hat sich dadurch aber nicht so viel geändert", erklärt Klabouch. Stattdessen hat sich der Gast an sich geändert: Während früher vor allem die wohlhabende Oberschicht zu Gast in den Casinos war, leisten sich heute viele Normalverdiener das Vergnügen.

Mit Karten geben, Jetons setzen und Gewinne auszahlen ist es heute nicht mehr getan, die Anforderungen sind komplexer geworden. Klabouch ist als technischer Leiter gleichzeitig Sicherheitsbeauftragter, er kontrolliert die Einhaltung verschiedenster Normen und kümmert sich um Suchtprävention. "Pathologische Spieler dürfen wir heute nicht mehr ins Haus lassen. Wir können nicht warten, bis die Leute ihr ganzes Geld verspielt haben", sagt er.

Klabouch hat im Lauf der Jahre gelernt, Menschen zu lesen. Wenn sich ein Gast etwa äußerlich immer mehr gehen lässt und immer ungepflegter im Casino erscheint, kann das ein Warnsignal in Richtung Spielsucht sein. Menschenkenntnis braucht es aber auch, um Falschspieler zu entlarven. Klabouch stand in solchen Fällen einige Male als Zeuge vor Gericht. "Das gibt es heute aber nur noch äußerst selten." Die moderne Überwachungstechnik nehme vielen die Lust an Betrügereien.

Für das Dienstjubiläum erhielt Klabouch die bayerische Ehrenurkunde. Spielbankdirektorin Heidrun Vorndran bedankte sich für die fachkundige und loyale Mitarbeit. "Es ist immer seltener, dass ein Mitarbeiter einem Unternehmen 40 Jahre treu bleibt. Ich hoffe, sie sehen im Rückblick mehr Licht als Schatten", sagte sie.