Am Freitagfrüh ging in Steinach nichts mehr. Um 6 Uhr standen alle Frühaufsteher in der Küche und wollten Kaffee kochen. Ging nicht. Wieso? Kein Strom. Ein Baum, der in einem Waldstück am Ortseingang von Schmalwasser in eine Stromleitung gefallen war, hat für rund 2000 Haushalte in zwölf Ortschaften einen Stromausfall von bis zu knapp zwei Stunden bedeutet.
Der starke Wintereinbruch in der Rhön in der Nacht zum Freitag hat eine starke Gewichtslast nassen Schnees auf die Bäume gebracht. Etliche stürzten um. Wie einer am Ortseingang von Schmalwasser. Die Folge: Die 20 KV-Leitung von Bad Kissingen nach Wildflecken war komplett unterbrochen. Davon betroffen waren auch einige Seitenarme dieser Verbindung. In der Konsequenz bedeutete dies, dass um 6 Uhr morgens in Hausen, Großenbrach, Aschach, Bad Bocklet und Hohn die Lichter - und Kaffeemaschinen - ausgingen. Dank des Eingreifens der Techniker im Eon-Leitungscenter Neunburg vorm Wald, wie Eon-Pressesprecher Maximilian Za engl bestätigte, sind diese fünf Gemeinden nach sechs Minuten wieder ans Netz gegangen.

Hier blieb das Licht länger aus
Anders war es in den Ortschaften Burkardroth, Premich, Steinach, Roth, Nickersfelden, Unter- und Oberebersbach. "Diese Ortschaften waren von 6 Uhr bis 7.45 Uhr ohne Strom", bestätigte Zaengl. In Kilianshof (Landkreis Rhön-Grabfeld) dauerte der Stromausfall noch länger, nämlich bis 10.30 Uhr, wie Service-Techniker Walter Metz vor Ort bestätigte. "Die Stichleitung zur Ziegelhütte oberhalb von Sandberg wird erst am Abend wieder Strom haben", sagte er.
Dass es solange gedauert hat, bis der Leitungsschaden behoben war, war natürlich auch witterungsbedingt. Die Schadensstelle lag in einem Waldstück, die Arbeiter mussten sich erst durch kniehohen Schnee durchkämpfen, bis sie diese erreicht hatten. Deshalb, so der Eon-Pressesprecher, habe die Reparatur auch etwas länger als sonst gedauert.

Feuerwehren im Einsatz
Aber nicht nur die Stromtechniker mussten am Freitagmorgen ausrücken, um nach den recht ergiebigen Schneefällen in der Nacht dadurch verursachte Schäden zu bereinigen. Auch die Feuerwehren waren in der Rhön im Einsatz. So fiel zum Beispiel ein Baum auf die Kreisstraße KG 34 zwischen Poppenroth und Katzenbach und blockierte diese. Die Feuerwehr musste ausrücken. Das taten auch die Floriansjünger aus Premich und Wollbach, die auf der Straße zwischen den beiden Burkardrother Ortsteilen etliche umgefallene Bäume wegräumen mussten. Die Straße war nach Angaben eines Sprechers der Polizeiinspektion Bad Kissingen bis um die Mittagszeit gesperrt.

Autofahrer sehr vernünftig
Verkehrstechnisch hielten sich die Probleme im Rahmen. Die Polizei meldete einige Unfälle, die sich auf schneeglatten Fahrbahnen zwischen Donnerstagabend und Freitagfrüh ereigneten. Es blieb dabei bei Blechschäden. Nur ein 18-jähriger junger Mann hatte sich bei einem Unfall am Donnerstagnachmittag Verletzungen zugefügt, so dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste (siehe Seite 15).
Die Kehrseite des Wintereinbruchs ist die Freude der Wintersportler: Seit gestern laufen in der bayerischen und hessischen Rhön alle Lifte. Es hat bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Der Schnee ist zwar sehr nass, allerdings ist eine gute Unterlage vorhanden und die Wetteraussichten versprechen kalte Nächte und Minustemperaturen. "Das sieht sehr gut aus", meinte Barbara Raab an den Feuerberg-Liften oberhalb von Langenleiten. Es war am Lift noch ruhig gestern Nachmittag. Keine Warteschlangen, rein in den Lift, nach oben, runter fahren. Die Bedingungen waren bei einer Schneedecke von insgesamt 40 Zentimetern sehr gut. Hin und wieder kam sogar mal die Sonne hervor. "Hoffentlich könnte die Lifte jetzt längere Zeit offen bleiben", meinte Barbara Raab. Ihre Hoffnung könnte in Erfüllung gehen, es sieht gut aus ...