Nur an einem einzigen Abend im Jahr zeigt die Garitzer Gesangsformation "Intakt" die komplette Bandbreite ihres Könnens. Jetzt war der Chor im Luitpolds, dem aktuell verwaisten Restaurant der Spielband Bad Kissingen, zu erleben. Zwanzig Lieder, nur unterbrochen von den charmanten Anmoderationen von Sabine Strobel-Zisler, reihten sich wie Preziosen an einer Perlenkette. So waberte das mystisch verrätselte "Adiemus" durch den voll besetzten Zuhörerraum, so entlarvte Oliver Gies' "Ode an die Heimat" die heutige Technikhörigkeit, so wurde mit "Something inside so strong " zum ersten Mal live aufgeführt. Dirigent und Pianist Stefan Ammersbach entlockte seinem großen Chor fast schon schmerzlich schöne Harmonien, etwa in Leonard Cohens "Hallelujah" um im Anschluss mit dem entfesselten "Mama Loo" der unvergessenen Les Humphries das Publikum und die Sänger zum Luftholen in die Pause zu schicken. Mit der inständigen Bitte "Give us a little love" wurden anschließend die Zuhörer auf den zweiten Teil des Abends eingestimmt.

Pop Balladen (Cyndi Laupers "True Colours") oder Musical-Ohrwürmer ("Can you feel the Love tonight" von Elton John) führten nicht nur bereits bei ihrer Erwähnung vorher zu Raunen der musikbegeisterten Gäste, sondern diese wurden anschließend mit einer schier grenzenlosen Freude des Chors am Singen belohnt. Dass Stefan Ammersbach ein Glückfall für Intakt ist, vermitteln die 38 Sängerinnen und Sänger mit jedem einzelnen Ton und auch das Publikum, das es jetzt immer weniger auf den Sitzen hielt, spürte diese fast schon magische Symbiose zwischen Dirigent und seinem Chor. Permanent angetrieben von den exakten Beats des das Cajon schlagenden Johannes Müller steuerte der Abend mit dem geschickt arrangierten Medley der Hippie-Oper "Hair" auf seinen Höhepunkt zu. Mit "Let the sunshine in" und einem beschwingten "Good night Sweetheart" im Ohr endete das Konzert.