"Die Gemeinschaft zählt für mich am meisten", sagt Volker Sitzmann aus Obererthal, seit 1982 Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK). "Ich finde es gut, dass wir sinnvolle Arbeiten erledigen", erinnert er an die Pflege von Kriegsdenkmälern und Kriegsgräbern. "Aber auch fröhliche Feste zu feiern und Freizeitaktivitäten gehören dazu", etwa Schlauchbootfahren und Hochseilgartenbesuche. "Ich reise gerne durch Bayern", ergänzt Sitzmann. Er freut sich auch auf den Besuch der befreundeten Kameraden aus dem Norden. "Man kennt sich bundesweit seit rund 50 Jahren."

Jetzt hat die KSK, die dem Bayerischen Soldatenbund (BSB), angehört, ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Die Veranstaltung war Teil des Obererthaler Plootzfestes. Mitorganisator war die Dorfmusik, die die Kirchenparade anführte.

Die Funktion Schirmherr hatte für Landrat Thomas Bold (CSU) bei der verregneten Kirchenparade auch ganz praktische Bedeutung. Den Festgottesdienst hielt Pfarrer i. R. Josef Langenstein aus Würzburg, den viele Anwohner noch als Kaplan in Obererthal anfangs der 90er Jahre kannten. Sieben befreundeter Kameradschaften aus der näheren Region nahmen mit Fahnenabordnungen teil.

Nicht zur Gründungszeit des BSB von 1874, sondern erst ein paar Jahre später, 1888, war die KSK aus der Taufe gehoben worden. Dies stellte im historischen Rückblick Ortsvorsitzender Dieter Schärpf heraus. Nach wechselvoller Geschichte war die ansässige KSK nach dem zweiten Weltkrieg wieder mit Leben erfüllt worden und in Obererthal von 60 auf 160 Mitglieder angewachsen. "Wir sind eine generationenübergreifende Gemeinschaft", sagte Schärpf.

"Engagierte Arbeit"

"Die Bundeswehr hat in unserem Landkreis Bad Kissingen weiterhin große Symbiose-Bedeutung", wies Landrat Bold auf die Standorte Hammelburg und Wildflecken sowie auf die Vereidigung von 600 Rekruten in Bad Bocklet hin. Von "engagierter Vereinsarbeit" des Dorfes sprach 2. Bürgermeister Reimar Glückler (CBB) und nannte die Sanierung der Alten Schule als Beispiel. Ortsbeauftragter Albert Trost (parteilos) lobte die "starke Dorfgemeinschaft Obererthal". Ein Grußwort sprach auch Franz Sennefelder, unterfränkischer KSK-Bezirksvorsitzenden des BSB.

"Nach alter Tradition richten verschiedene Vereine seit 35 Jahren unser Plootzfest aus", erzählt Hermann Brust, der vor dessen Tochter Annette Gerlach die Backofengruppe leitete. Präsent sind die 25 bis 30 Hobbybäcker nicht nur im Heimatdorf, sondern auch auf dem Herbstmarkt in Hammelburg. Die übrig bleibenden Erlöse gehen in gemeinnützige Projekte wie etwa das Plootzdenkmal, den Wendelinus oder den Dorfbrunnen. Heuer wird die Sanierung eines Bildstocks unterstützt.

Vorbereitungen der Plootzbäcker

Schon am Samstagmorgen liefen die Vorbereitungen der Plootzbäcker. Siebeneinhalb Zentner Zwiebeln gelangten über das Wochenende auf die Kuchenbleche. "Tränen kommen den Zwiebelschälern nur im ersten Moment", weiß Brust. "Dann gewöhnt man sich daran." Weniger Probleme gibt es beim süßen Matteplootz, wo die Auflage für den Sauerteig nur noch angerührt werden muss.


Ehrungen


Spange Wegen seiner Verdienste erhielt Dieter Schärpf die Verdienstspange des BSB und den Verdienstbalken des KSK-Kreisverbandes. Er ist seit 2000 Ortsvorsitzender.

Gold Mit dem Verdienstkreuz in Gold wurde zweiter Vorsitzender Dietmar Vogt ausgezeichnet, der in Personalunion auch Reservisten-Vorsitzender ist.

Erste Klasse Kassierer Michael Hoffmann erhielt das Verdienstkreuz erster Klasse wegen seines Engagements für die Betreuung der Reservisten und des Mitgliedernachwuchses als "tragende Säule".