Der Gemeinderat hat sich entschieden: Die Hegler-Halle wird auf 35 Meter verlängert und das Dach auf sieben Meter Höhe angehoben. Eine Erweiterung zur Dreifachturnhalle kam nicht in Frage. Ebenso fand eine Sanierung des aktuellen Bestands keine Mehrheit. Der Abstimmung war eine Besichtigung der Schlossberghalle in Nüdlingen vorausgegangen, die 2005 als Zweieinhalbfach-Halle bei Gesamtkosten von drei Millionen Euro eingeweiht worden war. Die Details erläuterten Architekt Bernd Heinrich, der mit Norbert Hemberger auch das Oerlenbacher Projekt betreut. So wird die Fußbodenheizung über die nahe Hackschnitzelheizung der Schule versorgt. Trotz frischer Außentemperaturen musste noch nicht geheizt werden. "17 Grad haben wir immer noch für den Sportbetrieb", sagte Hausmeister Andreas Götz. "Bei kulturellen und geselligen Veranstaltungen wird ein Schutzboden ausgelegt. Dann braucht die Fußbodenheizung länger, um die gewünschten 20 Grad zu erreichen."

Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU) fasste die Grundüberlegungen zur Sanierung der Hegler-Halle in der Sitzung zusammen. Drei Möglichkeiten kamen infrage: Sanierung des jetzigen Bestands bei geschätzten Kosten von 1,1 Millionen Euro, geringfügige Verlängerung mit Dachanhebung zu 1,7 Millionen Euro und die Erweiterung auf Dreifachhalle zu 2,4 Millionen Euro. "Niemand von uns kann sagen, wer und wie viele in Zukunft die Halle nutzen, wie viele Sport treiben, welche Veranstaltungen laufen."

Favorisiert wurde Lösung zwei. Gerhard Fischer (FWG Eltingshausen) sagte: "Die zusätzlichen Gymnastikräume entlasten Engpässe bei der Belegung. Hier können kleinere Gruppen ihren Sport treiben und nicht die eigentliche Halle für Ballsport blockieren. Die erhöhte Tribüne gefällt mir besser." Walter Vierheilig (Bürgerblock Oerlenbach) ergänzte: "Die Halle kann später - falls nötig - noch weiter verlängert werden. So verbauen wir nichts." Andreas Schmitt (Bürgerblock Oerlenbach) versicherte, dass die Alternative im Sinne der Sportvereine sei. Die Tribüne biete von allen Rängen aus gute Sicht. Mit der Lösung könne Basketball als Aushängesportart der Gemeinde gespielt werden. Das neue Dach lasse Photovoltaikanlage und eventuell Deckenheizung zu. Die neuen Gymnastikräume können mit weniger Energie geheizt werden.

Robert Erhard (FWG Rottershausen) mahnte als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Finanzen an. "Ich bin nicht gegen diese Lösung, aber unser Haushalt wird enorm belastet. Wir werden nicht umhinkommen, andere Vorhaben im Investitionsplan zu strecken."
Claudia Landgraf (Die Überörtliche) sprach sich aus Kostengründen und mit Blick auf die demografische Entwicklung für die Sanierung der Halle in ihrer jetzigen Form aus. Thomas Saal (Bürgerblock Oerlenbach) schlug eine Dachverlängerung über den Umkleidetrakt vor. Damit könnten dort Tribüne und Nebenräume entstehen. "Da müssen statische Verbesserungen erfolgen. Die werden nicht einfach und billig sein. Die Tribüne bleibt eng und mit geringer Sicht", erläuterte Architekt Heinrich.

Mit 15:4 Stimmen befürwortete der Gemeinderat die Variante zwei mit Verlängerung von 30 auf 35 Meter und Dachanhebung von 5,5 auf sieben Meter. Gegenstimmen kamen von Claudia und Reinhard Landgraf, Hartmut Schreiber und Thomas Saal. Für das weitere Vorgehen beauftragte der Gemeinderat Verwaltung und Architekturbüro Heinrich/Hemberger, bei der Regierung von Unterfranken zu eruieren, ob die Maßnahme unter die Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) fällt. So müsse sichergestellt werden, dass keine Zuwendungen verloren gehen.

Architekt Heinrich schlug vor, dass die Planungsphasen 1 und 2 mit Grundlagenermittlung und Vorplanung von der Gemeinde Oerlenbach übernommen werden. Dann bleibe man unter der Obergrenze für Architektenleistungen. Bei einer Überschreitung müsste die Planung EU-weit ausgeschrieben werden.