Aschaffenburg
Mord an 15-Jähriger

Urteil angekündigt: 40 Jahre alter Mordfall vor Abschluss? Neue Wende im Prozess

Was geschah vor 40 Jahren im Schlosspark Johannisburg? Seit Januar läuft der Prozess um die Ermordung einer 15-Jährigen. Aber die Gutachten brachten nicht die gewünschte Klarheit vor Gericht - im Gegenteil.
Vor 40 Jahren soll ein heute 57-Jähriger eine 15-Jährige im Schlosspark des Schlosses Johannisburg getötet haben. Foto: Michael Donhauser/dpa

Der Prozess um einen Mord an einer 15-Jährigen vor 40 Jahren in Aschaffenburg wird sich voraussichtlich bis in die zweite Aprilhälfte hinziehen. Das Gericht setzte am Montag vier neue Verhandlungstage an. Ein Urteil könnte also am 20. April gesprochen werden.

Der seit Januar laufende Prozess hatte eine überraschende Wende erfahren, die zur Haftentlassung des 57 Jahre alten Angeklagten geführt hatte. Ein zahnmedizinisches Gutachten, das den Mann hätte überführen sollen, hatte sich aus Sicht der 2. Jugendkammer am Landgericht als wertlos erwiesen.

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Eine Sachverständige war in ihrem den Angeklagten belastenden Gutachten von Annahmen ausgegangen, die sich nachweislich als falsch erwiesen.

Cold Case Aschaffenburg: Kann der Angeklagte als Täter ausgeschlossen werden?

Der über Jahrzehnte ungelöste Fall hatte Aufsehen erregt, nachdem eine auf sogenannte Cold Cases spezialisierte Ermittlergruppe der Aschaffenburger Kriminalpolizei ein Lösung präsentierte. Ein Bissspur an der Leiche hatte angeblich zweifelsfrei dem Angeklagten zugeordnet werden können.

Nach dem Nachweis mehrerer Fehler in dem Gutachten prüft das Gericht nun, ob der Angeklagte sogar mit Sicherheit als Täter ausgeschlossen werden kann. Es bestehe jedenfalls kein dringender Tatverdacht mehr.

Die Gutachterin blieb dagegen trotz der Fehler bei ihrer Darstellung, dass der Mann mit hoher Wahrscheinlichkeit der Mörder sei.