Mehrere Telefonbetrüger versuchten im Juni 2019 rund 30.000 Euro Beute im unterfränkischen Aschaffenburg zu machen. Mit der Reaktion ihres Opfers rechneten sie jedoch nicht: Der angerufene 64-Jährige ahnte die Betrügerei und handelte sofort goldrichtig.

Enkel-Betrüger in Aschaffenburg unterwegs

Am Donnerstag (27. Juni 2019), läutete das Telefon des Aschaffenburgers. Eine weibliche Stimme meldete sich mit den Worten "Rate doch mal, wer dran ist". Die Frau gab sich als Nichte aus und gaukelte vor, dringend 30.000 Euro zu benötigen, um bei einem Wohnungskauf den Notar bezahlen zu können.

Enkeltrick aktuell weit verbreitet

Obwohl der 64-jährige ahnte, dass es sich um Betrug handelte, spielte er mit. Er zeigte sich hilfsbereit und erzählte der Frau, dass er das Geld bei seiner Bank abholen würde. Im Anschluss verständigte er sofort die Polizei, bevor weitere Anrufe der Trickbetrüger folgten.

Die vermeintliche Nichte versprach dem Mann, dass er den vollen Betrag per Blitzüberweisung zurück bekäme - inklusive einer Belohnung von 500 Euro. Mit Anrufen des angeblichen Notars und vermeintlichen Bankangestellten wollten sich die Täter offenbar vergewissern, ob das Geld tatsächlich bei der Bank abgeholt worden war und nicht die Polizei eingeschaltet wurde.

Gleich mehrere Enkeltrick-Betrüger treiben momentan ihr Unwesen in der Region. Wie handelt man bei einem solchen Anruf also richtig?

Im aktuellen Fall ließ sich das Opfer trotz geschickt gestellter Fragen nichts anmerken, wie die örtliche Polizei berichtet. Als sich die Täter sicher fühlten, forderten sie den 64-jährigen Mann auf, die 30.000 Euro in einen Umschlag zu packen und diesen auf der Straße einem "Mitarbeiter des Notars" zu geben.

Festnahme in Aschaffenburg: Handschellen statt Beute

Bei der geplanten Übergabe am Freitag (28. Juni 2019) konnte schließlich ein 17-Jähriger von der Polizei festgenommen werden.

Der Jugendliche war mit einem Taxi aus dem hessischen Offenbach angereist: Er besitzt in Deutschland offenbar keinen festen Wohnsitz. Die Nacht verbrachte er im Haftraum der Polizei, bevor er dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurde.

Der minderjährige Tatverdächtige wurde wegen versuchten Betrugs anschließend inhaftiert. Die Ermittlungen laufen weiterhin, wobei die Polizei nach Tatbeteiligten und den Hintermännern sucht.