Mit einem vermutlich selbst gebastelten Blaulicht ist ein Autofahrer auf der Autobahn 3 bei Hösbach (Lkr. Aschaffenburg) in Unterfranken unterwegs gewesen. Die richtige Polizei konnte ihn aus dem Verkehr ziehen.

Wie die Polizei Aschaffenburg-Hösbach am Montag mitteilte, war der Mann kurz vor 20 Uhr anderen Verkehrsteilnehmern aufgefallen, weil er mit seinem in Düsseldorf zugelassenen grauen Pkw Audi mit hoher Geschwindigkeit und einem "vermutlich selbst gebastelten Blaulicht auf dem Dach" in Fahrtrichtung Würzburg unterwegs war. Nachdem ein Zeuge dies der Polizei mitgeteilt hatte, konnte eine Streife den Pkw stoppen.

Der 55-Jährige am Steuer hatte tatsächlich ein von Magneten gehaltenes Blaulicht auf dem Dach und sogenannte "Frontblitzer" im Bereich des Kühlers eingebaut. Beide Einrichtungen waren in Betrieb. Dies vermutlich, um im meist dichten Verkehr schneller voranzukommen. Der Fahrer äußerte sich dahingehend, "das Bedürfnis einer Blaulichtfahrt etwa einmal im Monat zu haben". Diese Fahrten wurden nun beendet und die Blaulichtausrüstung sichergestellt. Sichergestellt wurden auch zwei verbotene Teleskopschlagstöcke und ein Pfefferspray. Einen der Schlagstöcke hatte er griffbereit neben sich liegen, der zweite mit dem Pfefferspray befand sich in seinem Gepäck.

Auf den Mann kommt nun ein Strafverfahren wegen Amtsanmaßung und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu. Ferner stehen noch weitere Straftaten im Raum, wie z. B. Nötigung im Straßenverkehr während der Blaulichtfahrten oder Gefährdung des Straßenverkehrs. Hierzu benötigt die Polizei allerdings konkrete Angaben von Zeugen.
Wer von dem vermeintlichen "zivilen Behördenfahrzeug mit Blaulicht" bedrängt, genötigt oder gefährdet wurde oder wer solche Handlungen gegenüber anderen Autofahrern beobachtet hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 06021/857-2530 zu melden. Nach der Anzeigenaufnahme wurde der 55-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt.