Der Begriff des "Phantastischen Realismus" wird der Malerei zugeordnet. Dort gehen Visionen, Mystik, Symbolik und irrationale Sujets eine Symbiose ein mit der Wirklichkeit. Dass diese Stilform auch in der Fotografie beheimatet ist, zeigte sich bei der jüngsten Auswertung des "Bildes des Monats" März.
Der Jury des Foto-Amateur-Clubs Mainleus/Kulmbach lag ein Werk von Erika Motschenbach vor, das gekonnt diese Melange aus Wirklichkeit und Fiktion geschaffen hat. Die Untersteinacherin stand selbst Modell und setzte sich - in dunkle Kleider gehüllt und umfangen von einer Fledermaus - in Szene. Die Jury war von dem Werk so überzeugt, dass sie es auf Platz eins wählte.
Allerdings muss sich Erika Motschenbach diesen Rang teilen mit Jutta Punken. Die hatte ein Stillleben im Studio handwerklich perfekt arrangiert und sprach damit die Traditionalisten an.
Rang drei ging an den Stadtsteinacher Klaus Rößner. Der hatte eine Baumgruppe aus seinem Archiv ausgewählt und mit Mitteln des Photoshop trefflich nachbearbeitet, so dass eine fast schon unwirklich weiche, sanfte Gesamtanmutung entstand. Eine gelungene Aufnahme reichte auch FAC-Vorsitzender Mike Schwalbach ein. Sein "Keep Smiling" bescherte ihm den vierten Rang.
Exakt die gleiche Punktzahl erreichte die Hoferin Sigrid Wolf-Feix mit einem gruseligen Thema: Mord. Dabei ging es allerdings nicht um eine reale Straftat, sondern um ein Theaterstück mit schockierender Handlung. Die gekonnte Komposition aus Dramatik, Licht und Schatten beeindruckte die Jury. red