Weder Wind noch Weltmeisterschaft hinderten am Samstagabend die St.-Georgs-Pfarrei daran, das traditionelle Johannisfeuer auf dem Sonnenstuhl, einer geschützten Erhebung zwischen Höchstadt und Lonnerstadt, abzuhalten.
Die Pfadfinder der Pfarrei schlichteten wieder ein meterhohes Holzgerüst auf, organisierten die Gestaltung des Festplatzes und sorgten für das leibliche Wohl. Alle erwachsenen Mitglieder des Pfadfinderstammes nahmen die ganze Woche Urlaub, um das Fest vorzubereiten und Nachtwache zu halten, damit nicht - wie vor einigen Jahren geschehen - der Holzhaufen von Unbekannten abgefackelt wird.
Im vorausgehenden Gottesdienst nahm Dekan Kilian Kemmer die Fußballweltmeisterschaft zum Anlass, um an wesentliche Wahrheiten des Christseins zu erinnern. Menschliches Leben steht immer vor der Frage: Wie meistere ich die Welt? Auf dem Spielfeld des Lebens geht es nur mit Teamgeist. Nicht nur über die rechte oder nur über die linke Seite gelingt der Sieg. Nicht allein Sturm oder Verteidigung führen zum Erfolg, sondern die Mischung macht es aus. Anbieten und abgeben können stellen Grundtugenden dar.
Der Trainer beruft in die Mannschaft und gibt ihr zielführende Hinweise. Dasselbe Ziel im Blick gelingt ein Treffer. Der Trainer hilft zugleich, mit Niederlagen fertig zu werden. Irgendwann ist das Lebensspiel nach allen möglichen Verlängerungen zu Ende, doch es steht ein Tor offen, das einen Sieg verheißt.
Mit diesen und ähnlichen Gedanken regte Kilian Kemmer die Gottesdienstbesucher an, "über das eigene Leben nachzudenken und mitzuspielen, fair und siegesgewiss an der Seite des besten Trainers aller Zeiten, Jesus Christus".


Künstler in Gremsdorf am Werk

Ein echtes Fußballspiel, nämlich die WM-Partie Deutschland gegen Schweden, verfolgten viele Besucher des Gremsdorfer Johannisfeuers, das in der Halbzeitpause entzündet wurde. Das Feuer in Gremsdorf, für das seit vier Jahren der Stammtisch "Schnecken" zuständig ist, ist seitdem immer eine besondere Attraktion, da die fleißigen Helfer jedes Jahr ein Kunstwerk aus Holz errichten, das dann am Abend feierlich verbrannt wird. Im letzten Jahr war es ein Piratenschiff, dieses Jahr konstruierten die Organisatoren ein Hexenhaus.
So hatten die Besucher die Wahl, ob sie etwas geschützt von der überdachten Terrasse aus das Feuer bewundern oder im Sportheim versuchen wollten, sich am Spiel von Jogis Elf zu erwärmen. Für gute Stimmung sorgten am Ende beide Optionen. red/pf