Eckehard Kiesewetter

Eyrichshof —  "Weit jenseits der Burgmauern" hatte seine Karriere 1974 begonnen (die erste LP hieß "Far beyond these Castlewalls"), nun kehrt der einstige Schlossbesitzer hinter feudale Mauern zurück. Selbst mit fast 70 Jahren ist Chris de Burgh noch immer ein absoluter Publikumsliebling. Dies beweisen auch die Kartenverkäufe für das Rösler-Open-Air in Schloss Eyrichshof vom 24. bis 29. Juli. Der irische Barde kommt mit einem Soloprogramm aus allen Phasen seines Schaffens, von "Crusader" bis zum aktuellen Ruf nach einer besseren Welt ("A better World" 2016).
Der Weltstar ist "ausnehmend sympathisch, nahbar und komplett pflegeleicht", schwärmen die Konzertveranstalter Gabi und Wolfgang Heyder bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Schon mehr als 20 Mal haben sie dem Sänger ("Lady in Red", "High on Emotion") bereits eine Bühne geboten. Live ist er besonders gut und sucht auch immer wieder das Bad in der Menge.
Ein volles Haus erwarten die Heyders und Hausherr Hermann von Rotenhan auch beim Nena-Konzert. Erst vor wenigen Wochen ins Programm genommen, erweist sich der einstige Neue-Deutsche-Welle-Star, der mit seinen "99 Luftballons" ebenfalls weltweit Höhenflüge feierte, als Kassenmagnet.
Wer sich noch Karten für diese beiden Konzerte sichern will, muss sich sputen.


Für fast jeden Musikgeschmack

Bei der Pressekonferenz in den Räumen der Memmelsdorfer Gleitschliff-Firma Rösler, die zum zweiten Mal als Hauptsponsor auftritt, zeigten sich die Organisatoren begeistert, dass es einmal mehr gelungen sei, eine Set-List zusammenzustellen, die offenkundig ein breites Publikum anspricht. Sie reicht vom gecoverten 70er-Jahre-Schlager des Dieter Thomas Kuhn über den bayerischen Rock 'n' Roll der Spider Murphy Gang ("Skandal im Sperrbezirk") und dem Auftritt des jungen Songwriters Johannes Oerding ("Alles brennt", "Kreise") bis zum harten Rock der Mittelalter-Band "In Extremo", die neben Metal-Instrumenten auch auf Drehleier und Schalmei setzt. Die Band ist ein spezieller Wunsch von Schlossbesitzer Hermann von Rotenhan, der auch mal die härtere Gangart anschlagen wollte, um weitere Musikgeschmäcker zu bedienen.
"Drei bis vier Mal sind wir ausverkauft," orakelt Wolfgang Heyder. Nur bei "In Extremo" und Schnulzenkönig Kuhn, der den Schlosshof in Lila tauchen und seine Party mit Pyrotechnik krönen will, gibt es noch keine Kartenengpässe.
Rösler-Geschäftsführer Stefan Rösler bezeichnete das Festival "direkt vor der Haustüre" als schöne Sache für seine Mitarbeiter und für die Region. Es schließe "ein kleines Vakuum zwischen Bamberg und Coburg und habe sich in vier Jahren als Veranstaltungshöhepunkt etabliert.
Gabi Heyder, die für die Konzertbuchungen verantwortlich ist, findet: "Wir sind angekommen", das breite und qualitative Musikangebot, mal laut, mal leise, mal bestuhlt, mal unbestuhlt, komme an. Erstmals habe sie in diesem Jahr Anfragen von Konzertagenturen erhalten, die ihre Künstler gezielt in Eyrichshof auftreten lassen wollten. "Es läuft!"
"Weltstars in Ebern", eine tolle Geschichte, freut sich Rotenhan, der das Teamwork mit dem Bamberger Veranstaltungsservice würdigt. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Ebern und den Feuerwehren aus Eyrichshof und Ebern findet bei dieser Gelegenheit viel Lob. Zum Beispiel werde die Sperrzeit unbürokratisch über 22 Uhr hinaus verlängert, was an anderen Orten nicht üblich sei.
Unbestuhlt finden auf dem Schlossplatz 4500 Menschen Platz, werden Stühle aufgestellt, sind es 2400. Die Konzerte, die aktuellen Verkaufszahlen zufolge auf einen neuen Zuschauerrekord zusteuern, ziehen Gäste aus ganz Franken und Südthüringen an.

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