Beim Stadtsteinacher Faschingsauftakt gab es in diesem Jahr ein Riesen-Hallo: Denn mit dem Prinzenpaar 2017/18, das das närrische Volk bis Aschermittwoch durch die fünfte Jahreszeit führen soll, hatte niemand gerechnet. Der Grund: Heiko Weinmann (37) und Verena Ramming (34) sind eigentlich Singles.
Seit ihrem vierten Lebensjahr schwingt die 34-Jährige das Tanzbein: Sie hat in allen Garden getanzt, trainiert jetzt das legendäre Weiberballett. Eigentlich hat sie immer davon geträumt, einmal Faschingsprinzessin zu werden.
Doch irgendwie wollte es mit dem Partner im echten Leben noch nicht so recht klappen. "Ich hab schon gesagt, dass wir - damit ich Faschingsprinzessin werden kann - eben ein Prinzen-Casting machen müssen", nimmt Verena Ramming ihr Singledasein auf die Schippe.
Doch nur weil sie solo ist, sollte ihr das Prinzessinnenkrönchen nicht verwehrt bleiben, beschlossen die Majestäten-Macher Simone und Heiko Tautermann. "Früher war es auch üblich, dass zwei Regenten, die nicht verheiratet waren, durch den Fasching führten", sagt Simone Tautermann.


Ein Casting war nicht nötig

Ein Prinzen-Casting wurde für die Prinzessin dann zwar nicht durchgeführt, doch die Stadtsteinacher fanden trotzdem einen Top-Kandidaten: Heiko Weinmann, 37 Jahre alt - ideal für die Prinzessin. Im echten Leben arbeitet er bei Glen Dimplex.
Der neue Regent der Narren ist der Betreuer der zweiten Mannschaft beim TSV. Er wird "Auge" genannt, manchmal auch "Kugelblitz". Weinmann ist ebenfalls seit Jahren bei der Faschingsgesellschaft aktiv. "Männerballett ohne Heiko geht ja gar nicht mehr", lacht der Präsident der Faschingsgesellschaft Andy Sesselmann bei der Vorstellung.
"Ich bin mit der Partnerwahl sehr zufrieden. Und am lustigsten finde ich, dass alle nach einem jung verheirateten Paar suchen", sagte die neue Prinzessin und freute sich diebisch, dass die beiden Faschings-Urgesteine so niemand auf dem Schirm hatte.
Verena Ramming ist im richtigen Leben übrigens Ausbildungsleiterin in der Kulmbacher Brauerei.