Die Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach und das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung hatten zu einer Schulung nach Pressig eingeladen. Zuvor konnte Bürgermeister Hans Pietz zwei neue Feldgeschworene für den Markt Pressig vereidigen: Wolfgang Wachter für die Gemarkung Pressig und Reinhardt Fröba für die Gemarkung Brauersdorf.
Auch Kreisvorsitzender Baptist Vetter freute sich über den Zuwachs im Gemeindebereich Pressig.
Das Amt der Feldgeschworenen ist eines der ältesten der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern. Entstanden ist das Feldgeschworenenwesen im 13. Jahrhundert vor allem in Franken. Es gab damals noch keine Vermessungsämter, deswegen ernannte man in jeder Gemarkung sieben ehrbare und geachtete Männer. Daher kommt auch im Volksmund der Name "Siebener".
Heute gibt es in Bayern über 26 000 ehrenamtliche Feldgeschworene, seit 1981 sind auch Frauen willkommen. Sie alle wirken bei jährlich rund 250 000 Abmarkungen im Freistaat mit und hüten über 80 Millionen Grenzzeichen.
Kreisvorsitzender Vetter wies auf noch etwas hin: "Feldgeschworene müssen einen guten Leumund besitzen und Grenzen und Eigentum achten. Schon immer wird von Feldgeschworenen ein Eid abgelegt, der auf Lebenszeit an die gewissenhafte Erfüllung der Pflichten bindet und die Bewahrung des Siebenergeheimnisses vorschreibt."
Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet arbeiten die Siebener eng mit den Vermessungsbeamten zusammen.
Der Leiter der Außenstelle Kronach des Kulmbacher Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Fritz Pohl, ging in seinem Referat auf die Rechte und Pflichten zur Sicherung und Wiedereinbringung von Grenzsteinen ein. Digitalisierte GPS-Koordinaten müssten Feldgeschworene nicht beachten, diese seien zu ungenau, vielmehr müssten sie sich nach ihrem Vermessungsergebnis richten. Dazu müsse natürlich eine Vielzahl von Vorschriften beachtet werden, die der Referent näher vorstellte.
Pohl dankte den ehrenamtlich tätigen Feldgeschworenen dafür, dass sie sich die Zeit für solch eine Schulung genommen hatten.
Kreisvorsitzender Baptist Vetter stellte bei dieser Gelegenheit den neuen, zunächst kommissarisch berufenen stellvertretenden Kreisvorsitzenden Georg Pabstmann vor.
Karl-Heinz Hofmann