Rudolf Görtler

Dass der Bamberger Kunsthandel alles andere als provinziell ist und alljährlich just zu den Bayreuther Festspielen seine Hochsaison erlebt, ist bekannt. Eine weitere Aufwertung erfährt die Branche durch eine Personalie.
Das heißt, eigentlich sind es zwei. Christian Eduard Franke-Landwers wird von Sammlern aus ganz Deutschland und darüber hinaus als Händler für Mobiliar und Kunsthandwerk vom 17. bis ins 19. Jahrhundert geschätzt. Als Mitveranstalter der Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen sorgt er neben etlichen örtlichen Kollegen für eine renommierte Institution des regionalen Kunsthandels.
Eine Institution, und zwar weltweit, ist auch die "Highlights - Internationale Kunstmesse München". Es spricht für die organisatorischen Fähigkeiten Franke-Landwers', dass er seit Anfang des Jahres als Kogeschäftsführer der "Highlights" wirkt, die dieses Jahr vom 25. bis 29. Oktober wieder im Kaiserhof der Münchner Residenz stattfindet. Sein Partner an der Spitze des Messeveranstalters ist Alexander Kunkel. Für Franke-Landwers sprach zweifellos, dass er auf langjährige internationale Messeerfahrungen zurückblicken kann und im Vorstand des deutschen Kunsthandelsverbands tätig ist.
Ein zweiter Bezug der Münchner Kunstmesse nach Bamberg ergibt sich in der Position Walter Sengers. Sein Kunsthandel in der Karolinenstraße existiert seit 47 Jahren. Erstmals stellt der Spezialist für gotische Skulpturen und altmeisterliche Gemälde in München aus. Senger gilt international als einer der bedeutendsten Händler für diese Objekte, bekannt bei Sammlern wie Museen in Europa und Übersee.
Die "Highlights - Internationale Kunstmesse" findet zum achten Mal statt und vereint ca. 40 Aussteller. Darunter ist etwa der Kunsthandel Peter Mühlbauer aus Pocking, der als Deutschlands beste Adresse für Möbelkunst von der Renaissance bis zum Klassizismus gilt. Aber auch die beiden Bamberger Händler werden naturgemäß edle Stücke anbieten. Franke-Landwers etwa will ausgewählte Möbel des 18. Jahrhunderts und historische Einrichtungsgegenstände zeigen.
Die "Highlights", deren Anfänge bis ins Jahr 1956 reichen , findet seit 2014 in der Residenz statt. Im vergangenen Jahr wurde Franz Marcs - auch er hat bekanntlich Bamberger Wurzeln - Gemälde "Katzen im Körbchen" für über eine Million Euro verkauft. Rupprecht Geigers rote Leinwand "464/67" erzielte eine sechsstellige Summe, fünfstellig war der Preis für ein Augsburger Renaissance-Kabinett von 1580, das ein Privatsammler erwarb.
Zeitgleich mit der "Highlights"findet die "Kunst & Antiquitäten München" im Postpalast statt, was den Status der Landeshauptstadt als Zentrum des Kunsthandels unterstreicht.