Nach einer Lösung wurde im Igensdorfer evangelischen Kindergarten St. Georg gesucht, bevor es zu personellen Problemen kommt. Dort geht eine Erzieherin in den Ruhestand und eine Ersatzkraft ist bislang nicht gefunden worden.
Bei dem jährlichen Treffen mit dem Pfarrer Heinz Hofmann und Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) erfuhr der Gemeindechef, dass mit einer Vorpraktikantin, die als Seiteneinsteigerin so eine der Erzieherin ähnliche Ausbildung erwerben könnte, die Lösung gefunden worden sei. Die Kosten für diese Ausbildung betragen 7500 Euro pro Jahr, drei Jahre wird die Ausbildung dauern.
Nun bat die evangelisch-lutherische Pfarrgemeinde um Zuschuss. Bürgermeister Rast möchte den gemeindeüblichen Zuschuss von 30 Prozent gewähren. Damit war in der Gemeinderatsitzung nicht jeder Rat einverstanden. Werner Hammerand (IU) sprach sich dagegen aus, einem kirchlichen Träger einen Zuschuss zu leisten. Er fürchtete gar, Igensdorf würde damit einen Präzedenzfall schaffen und mehrere solcher Zuschussanträge würden folgen.
"Die Kinderbetreuung ist eine gemeindliche Aufgabe. Ich bin froh, dass uns die Pfarreien das abnehmen, und will es gerne unterstützen", klärte Ratskollegin Barbara Poneleit (Grüne) auf.
Bürgermeister Rast gab zu, dass er dies von zwei Seiten betrachte. Einerseits stimmte er Hammerand zu, was die Unterstützung der Kirche betrifft, andererseits sah er durchaus, dass dies auf die Gemeinde zurückfallen könnte. "Wenn der Personalschlüssel nicht eingehalten werden kann, dann stehen wir da", sagte Rast und sprach damit genau das an, was Barbara Poneleit hervorgehoben hatte. Dann wäre es an der Gemeinde, diese Pflichtaufgabe zu erfüllen.


Praktikantin ist aus Igensdorf

Zudem handele es sich bei der Vorpraktikantin um eine Igensdorferin, hob Uwe Zollikofer (IU) hervor. Dritter Bürgermeister Hans-Jürgen Röhrer (SPD) beruhigte, da er die 70 Prozent, die von dem Träger zu leisten sind, als Hindernis betrachtet. So viele Anträge würden nicht folgen, und in der Vergangenheit sei es nur zwei oder drei Mal der Fall gewesen, dass die Gemeinde einen Zuschuss geleistet habe. Einstimmig wurde daraufhin beschlossen, einen jährlichen Zuschuss von 2500 Euro für die Dauer der Ausbildung und maximal drei Jahre zu gewähren.