Frohe Kunde brachte Pater Heribert Arens am Samstag in den Victor-von Scheffel-Saal beim jährlichen Wallfahrtsführertreffen im Diözesanhaus Vierzehnheiligen: "Die neuen Glocken der Basilika werden Ende Februar, Anfang März in der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen-Baden gegossen." Damit rücke der Zeitpunkt näher, dass das Geläut wieder vollzählig und erweitert erklinge.

Zur Kirchweih im September 2019 könnte es so weit sein. Bis Weihnachten hoffe er auf das Ergebnis der Ausschreibung für die Sanierung der Glockenstühle. Wenn die Arbeiten durchgeführt werden, könnte es möglich sein, dass manche Wallfahrten nicht mit Geläut empfangen werden. Pater Heribert bedankte sich bei den vielen Spendern, aber es klaffe immer noch eine große Finanzierungslücke. Weiter gab er bekannt, dass die Fassade zwischen den Türmen der Basilika wieder eingerüstet werde. Eine Sanierung müsse auch aufgrund der Untersuchungsergebnisse durchgeführt werden. Fertiggestellt sei der behindertengerechte Zugang zu den Toiletten, der vom Freistaat und der Regierung von Oberfranken gefördert wurde. In der kommenden Woche würden die Geländer an der Haupttreppe zum Westportal der Basilika montiert, auch an der unteren Treppe bis zur Straße.

"Stricke" für Touristen

Eine Wallfahrtsführerin beschwerte sich über die vielen Absperrungen im Kirchenraum. Man wisse oft nicht, wo man sich hinsetzen könne oder man sei eingesperrt. Pater Heribert begründete die "Stricke" mit den vielen Touristen, die von den Wallfahrern oder den Gottesdienstbesuchern ferngehalten werden müssten. Als er vor acht Jahren nach Vierzehnheiligen kam, wollte er die Absperrungen am liebsten abschaffen. Aber in der Praxis sei das nicht möglich gewesen. "Eine Gratwanderung, mit der wir leben müssen", bedauerte er.

Der Geschäftsführer des Diözesanhauses, Raimund Hümmer, informierte die Wallfahrtsführer über die Generalsanierung des Hauses Frankenthal. "Einschränkungen müssen in Kauf genommen werden", sagte er. Die Baustelle werde noch bis Ende der Wallfahrten 2019 bestehen bleiben. Zu Engpässen könne es in den Monaten Mai bis Juli kommen, insbesondere an Himmelfahrt oder dem Gedenktag Peter und Paul.

Nachdem sich der neue Kirchenschweizer Daniel Reitz vorgestellte hatte, er kam Mitte des Jahres nach Vierzehnheiligen, wurde das Wallfahrtsprogramm bekanntgegeben. Die ersten Pilger kommen am 13. April aus Stockheim im Landkreis Kronach.

Am Vormittag fand ein Festgottesdienst in der Basilika statt. Pater Heribert ging in seiner Predigt auf das Leitwort der Wallfahrtssaison 2019 ein: "Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel." Der Prediger erläuterte, wie der Mensch laufend die Welt erobert: "Wer läuft, der geht aus sich heraus, geht über sich hinaus. Seine Welt wird groß, wird weit." Alte Menschen spürten oft schmerzlich, wie ihre Welt klein wird, weil ihre Beine nicht mehr mitmachten. Der Mensch, der läuft, habe auch die Chance, auf Gott zuzugehen. So auch der Pilger, der aufbreche zu Orten, an denen Gottes Nähe besonders spürbar sei.