Sie sind bunt, ausgefallen, oft satirisch. Jahr für Jahr geben sich die Höchstadter beim Faschingsumzug viel Mühe, um ansehnliche Wagen zu gestalten.

Jetzt, kurz vor dem Faschings-Finale, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Familie Köberlein aus Bösenbechhofen liegt mit den Vorbereitungen für ihren großen Wagen in den letzten Zügen. Zwei Themen haben sie gestaltet, die vor allem eins sein sollen: "Typisch fränkisch."

In den vergangenen Jahren seien die Themen zu oft gleich gewesen, sagt Andreas Köberlein. Zu viel Kritik an der Aischbrücke und an den rostenden Blumenkübeln in der Innenstadt, meint er. "Wir haben alles vor der Haustür", zeigt sich der Wagenbauer zufrieden: Industrie, Hallen- und Freibad. Vielmehr möchte er mit Frau Tanja und Sohn Phillip die schönen Seiten Frankens zeigen. Thema ist deshalb bei ihrem Wagen auch der Aischgründer Karpfen.

Seit Anfang Januar baut die Familie bereits an dem Anhänger, ein Fachwerk war dabei die schwierigste Arbeit. Die Planungen liefen allerdings schon weit vorher an.

VW-Bulli begeisterte

"Im letzten Jahr war die Resonanz der Wahnsinn", sagt Köberlein. Trotzdem appelliert er an alle Eltern, mehr auf ihre Kinder aufzupassen. Damit keine Süßigkeiten unter den Wagen fallen und ein Kind darunter läuft, haben die Köberleins heuer eine bodentiefe Plane angebracht. Außerdem laufen neben ihrem Wagen vier Sicherheitsleute mehr als vorgeschrieben, damit wirklich nichts passiert.

Die Familie baut bereits zum dritten Mal einen Wagen. Letztes Jahr begeisterten sie mit ihrem VW-Bulli. "Die Stimmung und das Süßigkeiten-Werfen machen besonders Spaß", sagt Sohn Phillip. 20 bis 30 Kilogramm werden sie beim Faschingsumzug davon auswerfen, zusätzlich verteilen sie 2000 bis 3000 Kunstblumen.

Wenige Kilometer entfernt, in Medbach, müssen sich 15 starke Männer noch zweimal treffen, um ihren Wagen fertigzustellen. In der Scheune von Torsten Dürrbeck, Vorsitzender der Feuerwehr Medbach-Kieferndorf, bereitet man einen 8,50 Meter langen Anhänger vor, der eine historische Sehenswürdigkeit Höchstadts zeigt. "Beppo der Baumeister" und sein Konzept zur Innenstadtbelebung sollen dabei auch eine Rolle spielen. "Die Planung ist bei uns spontan", sagt Dürrbeck. Seit vier Wochen wisse man , was genau man mache. Schön sei laut dem Vorsitzenden, dass man bei solch einem Projekt gut die Jugend einbeziehen kann.

Was ihm aber nicht gefällt: "Uns stören die hohen Auflagen." Einen großen Anhänger könne man beispielsweise auch nur mit einem großen Traktor ziehen. Auch das Ausschankverbot vom Wagen herunter gefalle ihm nicht. Doch zum Glück sind die Medbacher kreativ, denn am 5. März finden sie sicherlich auch dafür eine Lösung.