cindy dötschel Noch ist Platz im Schrebergarten des Arbeitskreises "Keine sexuelle Gewalt". Marianne Morchel, die gemeinsam mit Erna Rank-Kern für die Organisation des Arbeitskreises zuständig ist, hofft, dass sich das bald ändert. "Wir haben letzte Woche Kontakt zu vier Frauen aus dem Frauenhaus aufgenommen, die noch in der Findungsphase sind", sagt Morchel. Sie hofft, dass die Frauen in der Parzelle in der Kleingärtneranlage Spittelleite einen Rückzugsort finden.

Im Moment kommen zwei Frauen regelmäßig in den 250 Quadratmeter großen Schrebergarten, einen Teil des Beets haben sie bereits bepflanzt. Nach der Winterpause steht die Parzelle ab sofort bereits die dritte Saison für interessierte Frauen zur Verfügung. Die Idee ist ursprünglich im Zuge der Flüchtlingswelle entstanden. Geflüchtete Frauen sollten in der Parzelle Zuflucht finden. Doch die Zielgruppe wurde erweitert: "Alle Frauen, die eine Oase für ihre Seele suchen, sind bei uns willkommen. Egal welcher Herkunft", sagt Morchel.

Wer den Schrebergarten nutzen möchte, erhält einen Schlüssel. "Die Frauen können kommen und gehen, wann sie wollen", sagt Rank-Kern. Die Frauen sind dankbar, einen Zufluchtsort zu finden. Viele seien von zuhause einen eigenen Garten gewohnt. "Verantwortung und ein Zuständigkeitsgefühl sind bei uns besonders wichtig. Wir wollen, dass die Frauen die Möglichkeit haben, hier Wurzeln zu schlagen", so Rank-Kern. Das Projekt wird vom Grünflächenamt, dem Schrebergartenverein Coburg-Nord und der Sparkasse Coburg-Lichtenfels unterstützt. Durch eine Spende des Soroptimisten International Clubs Coburg konnte ein Sandkasten in der Parzelle gebaut werden.