Das Thema Flächenverbrauch ist immer wieder Gegenstand der politischen und gesellschaftlichen Diskussion. So prüft das Bayerische Staatsministerium des Innern und für Integration derzeit einen Antrag auf Volksbegehren mit dem Slogan "Betonflut eindämmen - damit Bayern Heimat bleibt", wonach der Flächenverbrauch im Freistaat um zwei Drittel reduziert werden soll. Unterstellt wird dabei, dass insbesondere Verkehrs- und Gewerbeflächen die Landschaft versiegeln und die Natur zerstören.
Eine aktuelle Auswertung der amtlichen Statistik durch die neun bayerischen Industrie- und Handelskammern (IHK) habe nun ergeben, dass die Wirtschaft in puncto Flächenverbrauch hohes Verantwortungsbewusstsein zeige, heißt es in einer Pressemeldung. Demzufolge bestünden 88 Prozent der Fläche Bayerns aus Wäldern, Äckern, Naturland und Gewässern. Dagegen entfalle lediglich rund ein Prozent auf Industrie, Gewer-be, Handel und Dienstleistungen.
Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung, fordert daher, die Diskussion mit mehr Sachlichkeit zu führen: "Weder Bayern noch Mainfranken werden von einer Betonflut überrollt. Es ist wichtig, das Thema
Flächenverbrauch faktengeleitet und frei von Emotionen zu diskutieren."
Um den tatsächlichen Bedarf der mainfränkischen Wirtschaft nach Bauland zu ermitteln, hat die IHK Würzburg-Schweinfurt 2017 eine Studie vorgelegt, die zeigt, dass das Gewerbeflächenangebot in Mainfranken unzureichend ist. Zwei von drei Gemeinden in der Region haben keine Gewerbeflächenreserven mehr für Unternehmensexpansionen und -ansiedlungen, in 41 Prozent übersteigt die Nachfrage nach Gewerbeflächen das Angebot. red