Bernhard Panzer "Zu viel Blech am Marktplatz - Agenda-Beirat fordert Durchfahrtsverbot": Vor gut einer Woche berichtete der FT über Kritik an der Verkehrssituation in der Innenstadt. Konkret hatte der Agenda-Beirat mehrheitlich beschlossen, dass man den Steinweg dicht machen möchte, indem ein Durchfahrtsverbot beantragt wird. Damit soll sich jetzt der Bauausschuss in Bälde befassen.

Kritisiert wurde in der Sitzung darüber hinaus auch, dass der Marktplatz dauerhaft von zu vielen Parkern missbraucht werde, die da nichts verloren hätten. Der FT-Bericht über all diese Probleme fand auch auf Facebook ein breites Echo. Kontrovers wurde da diskutiert.

Für eine Fußgängerzone

"Ich war schon immer für eine komplette Fußgängerzone vom Ansbacher Tor bis zur Hypo und hoch bis zum Fischermoden", schreibt beispielsweise Andreas A. auf der Seite des FT. Dafür würde er sich aber einen großen, kostenfreien Parkplatz beim Schloss und beim Busbahnhof wünschen. Für diesen Kommentator hätte das den Vorteil, dass alle Restaurants eine Außenbestuhlung aufbauen könnten. Das wäre für ihn Leben in der Innenstadt.

Allerdings hätte diese Vorgehensweise auch ihre Nachteile, wie Stella H. dazu bemerkte. Das Problem wäre dann nämlich, "dass alle anderen Zufahrten in Richtung Norden (noch) mehr belastet werden. Und das gäbe dann wieder großes Gemecker dieser Anwohner". Das sieht auch Robert F. so: "Wenn man es richtig machen will, müsste man die komplette Innenstadt sperren, denn wenn man den Marktplatz sperrt, fehlt eine wichtige Verkehrsverbindung durch die Stadt. Wo dann die ganzen Verkehrsteilnehmer lang fahren sollen, sei fraglich.

"Herzo braucht Mut"

Dennoch war eine Fußgängerzone in der gesamten Hauptstraße das Thema vieler Beiträge. Michael M. schlägt vor, den betroffenen Bereich von 11 bis 19 Uhr zur Fußgängerzone zu machen, so wie in der Hauptstraße zwischen Reytherstraße und Badgasse. Für Jochen M. würde es genügen, dort bei Feierlichkeiten abzusperren, wie dem Lebendigen Adventskalender. Schon allein wegen der Kinder. Und Meinolf K. sähe einen Sinn darin, auch gleich die Hauptstraße als Fußgängerzone abzusperren. Generell stellt er in Frage, weshalb man überhaupt in der Hauptstraße parken muss, wo es eh nur begrenzte Parkmöglichkeiten gebe. Und: "Herzo braucht einfach mehr Mut".

Ungeteilte Zustimmung findet der Ruf nach einer Fußgängerzone aber nicht, im Gegenteil. Schon als die Outlets und Sportgeschäfte außerhalb gebaut haben, wurde es ruhiger in der Stadt. Wenn man nun anfängt, die Autos auszusperren, werde es noch ruhiger. Das schreibt Wolfgang I. Und: "Von den paar Anwohnern können irgendwann die Läden nicht mehr leben. Da kann man dann nach Belebung schreien, wie man will." Auch Valentina T. ist der Meinung, dass eine komplette Sperrung genau das Gegenteil von einer Belebung bewirkt. Die Läden im Zentrum seien auf "Laufkundschaft" angewiesen, oder eben auf diejenigen, die "nur mal schnell anhalten".

Einbahnregelung

Und dann gibt's noch die Idee der Einbahnregelung. Für den Steinweg und Marktplatz sei das doch schon mal so gewesen, meint Markus H. Für die Hauptstraße wäre das seiner Ansicht nach auch denkbar, alles "reine Gewohnheit". Bettina H. weist darauf hin, dass viele Bürger nur eine halbstündige Mittagspause haben. Da könne man schon in die Innenstadt, allerdings nur, wenn es auch Parkplätze gibt.

Manche Gegner einer Fußgängerzone wurden sehr deutlich. "Natürlich gehen dann die Geschäfte dort den Bach runter. Die Kunden sind einfach zu faul zu laufen", behauptet Stefan B. Und Norbert S. spricht vom "Todesstoß für die Innenstadt".