Die Lehrerin und Kabarettistin Christine Eixenberger muss es ja wissen, wie das bayerische Bildungssystem funktioniert. Ihr Programm "Lernbelästigung" gibt einen tiefen Einblick in das Seelenleben von Schülern, Eltern und Lehrern.

Christine Eixenberger ist in Schliersee aufgewachsen, nach einer Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten und einigen Semestern Jura studierte sie Lehramt für Grundschulen, dass sie 2015 mit dem Staatsexamen abschloss.

"Basti" ist einer ihrer Schutzbefohlenen, dessen Name mehrmals im Programm auftaucht. Basti stammt von einem Bauernhof, sein Bruder ist Metzger (daher auch die Unmengen an Wurst auf seinem Pausenbrot). Seine Mutter bringt schon mal vor Zeugnisausgabe dem Kollegium große Tüten mit Wurst vorbei. Auch die nach Schulende in Kolonnen auftauchenden SUV-fahrenden Mütter, die ihre Sprösslinge von der Schule abholen wollen, geraten ins Visier der Kabarettistin. "Eine Militärparade am roten Platz in Moskau ist ein Scheißdreck dagegen", lautet das Urteil der Grundschullehrerin.

Auch die Männer bekommen ihr Fett weg. "Schöne Männer sind schön, aber brunzdumm", sagt die Kabarettistin, die in Anlehnung an eine Freundin ihren Partner nicht mehr mit dem Namen anredet, sondern mit der Bezeichnung "Ding" versieht. Dass ihr die Wildschweine in der Paarungszeit vor das Auto laufen, dafür ist das "Ding" das beste Beispiel, beschwert sich Eixenberger bei ihrem Partner, der zu Hause sitzt und keine Anstalten macht, sie und ihr Auto aus dem Straßengraben zu holen.

Das "Ding" wollte nämlich nur wissen, ob sie diese Nacht noch nach Hause kommt, oder nicht. Es war schon der dritte Zusammenstoß mit einem Wildschwein. Die Zeit, bis ihr geholfen wird, verbringt sie mit einem Pikkolo nach dem anderen. Genervt vom Bruder, der mit dem Radl durch Australien fährt, will sie sich in den Flieger setzen und zum nächsten Teutonengrill fliegen. Doch dieses Vorhaben scheitert schon auf der Fahrt mit der bayerischen Oberlandbahn. Mit im Abteil sitzt eine grölende Meute Mallorca-Urlauber, die ihr den letzten Nerv raubt, bis sie schreit: "Ruhe, oder ich geh zum Rektor", gemeint war natürlich der Schaffner, aber der war auch keine große Hilfe.

Voller Körpereinsatz

Christine Eixenberger bringt ihre abstrusen Geschichten mit vollem Körpereinsatz auf die Bühne. Die Zunge in die linke Mundhöhle gepackt, den Oberkörper nach vorne gestreckt und beide Arme in die Hüften gestemmt wie ein Sumo-Ringer, so gibt sie ein nicht gerade erbauliches Bild ab.

Dafür erfährt das Lichtenfelser Publikum (darunter auch einige Lehrkräfte) viel von ihrem Aufenthalt in einem Wellness-Hotel, wohin sie vor ihrem stressigen Schulalltag geflüchtet ist. Doch auch hier wird sie nicht glücklich. Das liegt nicht zuletzt an den von Schönheitsoperationen entstellten Damen und den Helikoptereltern, die auch hier anzutreffen sind. "Wirklich, Kinder wären etwas Schönes, nur ohne Eltern", versichert die Grundschullehrerin.

Zwischen Meditation, Klangschalen und Moorbehandlung gelangt sie zur Erkenntnis, dass Langeweile das beste Mittel gegen Stress ist. Ihren Zuhörern rät Christine Eixenberger, es doch einmal selbst auszuprobieren, "versetzt euch in eure Schulzeit".

Christine Eixenberger ist streckenweise zu laut, zu schrill und zu derb. Auch ihre Pointen sind mitunter gewöhnungsbedürftig. Und ob der Anmachspruch im breitesten bayerischen Dialekt "Du, ich hab in mei Bett geschissen, darf ich bei dir übernachten?" in einer Lichtenfelser Kneipe funktionieren würde, darf auch bezweifelt werden.