Europäische Wurzeln in der Heimat entdecken: Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 fand jetzt die zentrale Ausstellungseröffnung des grenzübergreifenden Landkreis-Projekts "Vielfalt in der Einheit - Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa" statt. 200 Gäste, darunter zahlreiche politische Vertreter und Partner aus den vier Projektländern, fanden sich in Kloster Ebrach bei Bamberg ein. Parallel lockte eine Fachtagung internationale Wissenschaftler in den Steigerwald, teilt das Landratsamt weiter mit.
Das Projekt zeigt das Wirken des Zisterzienserordens in sechs Ausstellungen an den Klosterstätten in Deutschland, Österreich, Frankreich und Tschechien. Ein Begleitprogramm mit Wanderungen, Radtouren und Führungen vermittelt die Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der Landschaften.


Erster großer Auftritt

"Das Europäische Kulturerbejahr 2018 ist ein Jahr des Aufspürens unserer europäischen Wurzeln und Werte. Zisterziensische Klosterlandschaften sind ein solches Erbe, das uns europaweit kulturell verbindet", betonte Uwe Koch, Leiter der Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz und nationaler Koordinator des Themenjahres, anlässlich der Eröffnung der Fachtagung und Ausstellung. Mit der Eröffnung der ersten von sechs Ausstellungen hatte das Projekt in Ebrach seinen ersten großen öffentlichen Auftritt.
Das grenzübergreifende Projekt verbindet ausgehend von Ebrach im Steigerwald weitere fünf Klosterlandschaften miteinander: die Abtei Waldsassen in der Oberpfalz, die ehemalige Abtei von Morimond in Frankreich, die Stifte Rein und Zwettl in Österreich sowie Kloster Plasy in Tschechien. Gut 300 000 Euro Fördermittel stehen dem Landkreis Bamberg für das im Oktober 2017 gestartete Projekt "Vielfalt in der Einheit - Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa" zur Verfügung.
"Wir sind stolz darauf, dass wir als Landkreis mit diesem bayernweit größten Projekt zum Kulturerbejahr auf die besondere Qualität und europaweite Bedeutung der zisterziensischen Klosterlandschaften aufmerksam machen können", stellte Landrat Johann Kalb (CSU) heraus, der zusammen mit den Projektpartnern ein transnationales Europäisches Kulturerbesiegel für die Klosterlandschaften anstrebt.
Das internationale Interesse an der parallelen dreitägigen Fachtagung mit 90 Wissenschaftlern, kommunalen Vertretern und engagierten Bürgern habe den Landkreis bei diesem Vorhaben bestärkt, heißt es in der Mitteilung.


Karten und Quellen

Ausgehend von Kloster Ebrach im Steigerwald, das im Jahr 1127 die früheste und bedeutendste Gründung des Zisterzienserordens östlich des Rheins war, zeigt die Ausstellung, welche Fußabdrücke die Zisterzienser europaweit hinterlassen haben. Auf 20 Tafeln veranschaulichen Abbildungen von historischen Karten und Quellen sowie Landschaftsaufnahmen die Zusammenhänge zwischen den Klosterlandschaften.
Ergänzend zu den Ausstellungen bietet das Projektjahr Wanderungen, Radtouren und Führungen, die einem Begleitflyer zu entnehmen sind und auch zum Download auf der Website www.cisterscapes.eu verfügbar. Mehrsprachige Programminformationen sowie GPS-Wanderwege sollen folgen. red