Michael Busch Was können die meisten Erzieher in Kindergärten nicht leiden? Eine Umfrage würde vermutlich ergeben: die Zettelwirtschaft. Termine für die Sprechstunden, wann die Einrichtung geschlossen ist, Übernachtungspartys oder allgemeine Nachrichten, all dies bekommen die Kinder zumeist auf einem eng bedrucktem DIN-A4-Blatt mit nach Hause. Ob das dann immer bei den Eltern ankommt, ist dann noch ein ganz anderes Problem.

Schluss damit, haben sich die Verantwortlichen in den Kinderhäusern St. Josef in Niederndorf und St. Franziskus auf der Herzobase gesagt. Die Leiterinnen Katrin Lengenfelder (St. Josef) und Claudia Seeberger informieren zusammen mit ihren Teams die Eltern nun per App. Die Vorteile liegen auf der Hand, respektive mit dem Smartphone in der Hand. Es entfällt das Ausdrucken der Zettel, entsprechend das Falten und Verteilen. Weder Papier noch Druckpatronen belasten das Budget der Einrichtung dauerhaft.

In Zeiten des gesteigerten Umweltbewusstseins spielt das natürlich auch eine Rolle, durch den Wegfall des Papiers und der Patronen wird an dieser Stelle aktiv Umweltschutz betrieben. Insgesamt werde natürlich auch Zeit eingespart und die Sicherheit, dass die Eltern erreicht werden, sei deutlich höher.

Die Teams in den beiden Häusern freuen sich gemeinsam mit der Leitung der Kindertagesstättenverwaltung, Gaby Klaus, über diese deutlichen Arbeitserleichterungen. In einer Mitteilung an die Presse betont diese allerdings, dass diese Umstellung und diese App in keiner Weise das persönliche Gespräch zwischen den Eltern und den Erziehern ersetze. Das habe weiterhin den höheren Stellenwert.

Jedoch helfe die App den Eltern besser und direkter informiert zu sein, wenn sie wissen wollen, was ihr Nachwuchs an Aktivitäten erlebt. Oft etablieren sich in Elternkreisen Facebook- oder Whatsapp-Gruppen, um sich zu organisieren und Informationen auszutauschen. Dort bestehen allerdings datenschutzrechtliche Bedenken, die mit der App nicht vorhanden seien. Die Daten können nicht kommerziell von Dritten genutzt werden und es werden keine persönlichen Handynummern preisgegeben. Bei Nutzung der Kita-Info-App handelt es sich um eine sogenannte "Auftragsdatenverarbeitung". Dies wird vor Nutzungsstart in einem mehrseitigen Vertrag geregelt. Dort steht in erster Linie, was wir nicht mit Ihren Daten dürfen und auch nicht mit Ihren Daten tun, teilt das Unternehmen mit. "Wir halten uns an die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vom Mai 2018 und stehen mit unserer Kita-Info-App für eine sichere und datenschutzrechtlich unbedenkliche Alternative zu gängigen Chat-Gruppen und bekannten sozialen Netzwerken", teilt das Unternehmen mit.

Entwickelt wurde die App von dem Start-up-Unternehmen Stay Informed mit Sitz in Merzhausen bei Freiburg. Der Gründer der Info-App Peter Horner erklärt zur App: "Um ehrlich zu sein: Die Programmierung der Kita-Info-App war zunächst eine reine Verzweiflungstat aus purem Eigennutz." Aufgrund eigener Erfahrungen konzipierte er die App, um dann mit seinem Schwiegervater zusammen als Start-up sein Produkt auch an anderen Kindergärten anbieten zu können. Mittlerweile nutzen mehr als 70 000 Eltern aus knapp 1000 Einrichtungen die Kita-Info-App von Stay Informed, erhältlich in drei verschiedenen Versionen in Deutschland und der Schweiz. Zudem hat die Kita-Info-App mit der Schul-Info-App eine Schwester bekommen, die mittlerweile bereits in vielen Schulen im Einsatz ist.

Wichtig: Für die Eltern ist dieser Service kostenfrei. Näheres erfahren die Eltern in den beiden Kinderhäusern bei deren Leitungen und den Mitarbeitern. Für die Eltern gibt es auch ein Erklär-Video. Wenn Betroffene die App nicht installieren wollen oder keine entsprechende Zugänge haben, werden die Informationen und Termine in Zukunft per E-Mail zugesandt, ohne Mehraufwand, wie die Leitung mitteilt.