Seit zwölf Jahren sind Innenarchitektur-Studierende aus Coburg bei der Messe "Heim + Handwerk" in München und beraten als "Planwerk", wie sie sich nennen, die Besucher kostenlos. Die Innenarchitektur-Dozentin Verena Fritsch von der Hochschule Coburg begleitet sie. Die Besucher können eigene Ideen von den angehenden Profis überprüfen lassen oder bekommen Vorschläge und Tipps zu passenden Ausstellern auf der Messe.

Die Studenten sammeln dabei Erfahrungen in der Kundenberatung. Das Projekt findet im Rahmen des Coburger Wegs statt und ist eine Kooperation mit dem Coburger Designforum Oberfranken (CDO) und der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM). Verena Fritsch kennt alle Aspekte des Wohnens.

Frau Fritsch, was ist gerade angesagt bei der Einrichtung?

Verena Fritsch: Es gibt unterschiedliche Trends: Zum einen das Streben nach Einfachheit, Minimalismus und Nachhaltigkeit. Einfaches, aber hochwertiges Design trifft natürliche Materialien. Tiny Houses (Minihäuser) sind ein typisches Beispiel. Dort lebt man auf wenigen Quadratmetern, alles Überflüssige wird weggelassen. Ein weiterer Trend ist das skandinavische Design: Hier zählt die Gemütlichkeit. Vorbilder sind die nordischen Länder: Hygge (Dänisch) und Lagom (Schwedisch) bedeuten warme Materialien, bequeme Möbel, usw. Ein dritter Trend ist der Eklektizismus: Farben, Muster, Stile, Materialien werden neu zusammengesetzt. Wichtig hier: Viel Deko, Goldtöne und eine bunte Mischung aus allem, was einem gefällt.

Wie haben sich die Einrichtungsgewohnheiten der Menschen in den letzten Jahren verändert?

Viele Menschen beschäftigen sich heute stärker damit, wie sie wohnen. Sie entscheiden sich bewusst für bestimmte Lebens- und Wohnstile. Besonders über soziale Netzwerke wie Pinterest oder Instagram kann man sich informieren. Man sieht dort, wie andere wohnen, und auch das Teilen des eigenen Einrichtungsstils ist weit verbreitet.

Mit Studierenden sind Sie gerade auf der "Heim + Handwerk" in München. Sie beraten dort Messebesucher zu ihrer Einrichtung. Was treibt die Besucher in diesem Jahr besonders um?

Viele Besucher beschäftigen sich mit dem Umbau ihrer Wohnungen und Häuser. Die Lebenssituation ändert sich, die Familie vergrößert oder verkleinert sich und daran soll sich die Wohnsituation anpassen: Räume sollen andere Funktionen bekommen oder zusammengelegt werden. Genau dort setzt die Beratung der Studierenden an: Wir verkaufen keine Möbel und Produkte, sondern zeigen auf, wie mit einfachen Maßnahmen Standardgrundrisse individuell angepasst werden können.

Die Fragen stellte

Madelaine Ruska.