Wer in den Mainleuser Ortsteilen Wüstendorf und Pöhl mit seinem Smartphone telefonieren möchte, hat schlechte Karten. "Die beiden Orte sind weiße Flecken in der Mobilfunklandschaft", stellte Bürgermeister Robert Bosch bei der Bürgerversammlung vor dem Wüstendorfer Feuerwehrgerätehaus fest. Zugleich versicherte er, dass man den Missstand beheben werde. Gelingen soll dies über ein Förderprogramm des Freistaates, mit dem der Bau eines Mobilfunkmastes zu 90 Prozent gefördert werde. Auch der Nachbarort Lopp, der bereits zur Gemeinde Kasendorf gehört, befindet sich im Funkloch. Bosch hielt es daher für zielführend, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Zur Bürgerversammlung hatte sich aus Wüstendorf und Pöhl jeweils das halbe Dorf eingefunden. Das ist nicht weiter verwunderlich, leben doch in den zwei Orten nur rund drei Dutzend Einwohner. Beim DSL-Ausbau hätten diese mit einer Download-Geschwindigkeit von 25 Megabit pro Sekunde, nicht schlecht abgeschnitten, strich der Bürgermeister heraus, der zugleich feststellte: "Das ist mehr als ich in Mainleus habe." Er betonte, dass noch mehr gehe. Die beiden Orte befänden sich unter der Förderschwelle des Freistaates von 30 Megabit pro Sekunde. "Wir haben euch weiterhin auf dem Schirm", versicherte Bosch.

Ruheständler Heinz Pühlhorn klagte ihm sein Leid: "Meine Rente ist um magere 3,2 Prozent, der Wasserpreis hingegen um fast 30 Prozent gestiegen." Der Bürger spare beim Wasser und dennoch werde es immer teurer, so der Rentner.

Kanal unerwünscht

Bosch räumte ein, dass die Erhöhung des Wasserpreises manche Bürger belaste. Er wies aber auch darauf hin, dass kommunale Wasser- und Abwasseranlagen kostendeckende Einrichtungen sein müssten. "Sobald gespart wird, werden die Fixkosten auf weniger Kubikmeter Wasser oder Abwasser umgerechnet, was dann zu Erhöhungen führt", erläuterte er den Mechanismus. Für den Fall, dass es zu Mehreinnahmen komme, müsse man Rücklagen bilden, die sich in der nächsten Kalkulation gebührenentlastend auswirkten. Dies habe vielerorts in der Großgemeinde Mainleus zu einer Senkung der Kanalgebühren geführt.

Für die anwesenden Bürger war das nur ein schwacher Trost, sind doch Wüstendorf und Pöhl nicht an das allgemeine Kanalnetz von Mainleus angeschlossen. Ihr Abwasser wird über eine Kleinkläranlage entsorgt. "Wollt ihr einen Kanal haben?", fragte der Bürgermeister, der prompt Ablehnung erntete.

Pühlhorn plädierte dafür, aus Sicherheitsgründen am Ortstende in Richtung Pöhl eine Straßenlaterne aufzustellen. Drei Häuser sind dort derzeit ohne Licht. "Das macht nichts. Ich will keine Lichtverschmutzung. Zudem wurde uns gesagt, dass wir sie selbst bezahlen müssen", erwiderte Edith Müller, die eine der betroffenen Anwohner ist. Bosch bestätigte die Aussage der Bürgerin, dass die Kosten auf die Anwohner umgelegt würden.

In Mainleus gibt es Überlegungen, eine neue Veranstaltungshalle zu bauen. Frank Nikol wollte wissen, ob dass das Ende für die Sommerhalle bedeute. Bosch versicherte, dass die Halle bestehen bleibe. Wie der Name schon sage, sei sie mehr für Veranstaltungen im Sommer geeignet. Bosch schwebt eine Halle in der Größenordnung Stadtsteinachs vor. Als geeigneten Standort nannte er das Spinnereigelände.