Die Aufarbeitung der Missbrauchsvorfälle und -vorwürfe in der katholischen Kirche hat Karl-Peter Büttner, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg, als unerlässlich bezeichnet. Dem Bistum Würzburg gehört ein Großteil der katholischen Pfarreiengemeinschaften im Landkreis Haßberge an. Das Ziel der deutschen Bischöfe ist es laut Bischof Dr. Stephan Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, "Klarheit und Transparenz über diese dunklen Seiten in unserer Kirche" zu schaffen.

Viel zu lange verheimlicht

"Dem kann man nur zustimmen. Dafür ist es höchste Zeit gewesen", heißt es in einer Stellungnahme des Diözesanrats. Transparenz und Offenheit brauche es jetzt und in der Zukunft, um Glaubwürdigkeit und eine Vertrauensbasis bei den Kirchenmitgliedern und in der Öffentlichkeit neu aufbauen zu können. Viel zu lange und zu oft seien in der Vergangenheit die Geschehnisse und Verbrechen verschwiegen worden, um die Institution Kirche und ihre Amtsträger zu schützen. "Auch wenn sich vieles in den vergangenen Jahren gebessert hat, ist bei vielen Gläubigen das Vertrauen gegenüber der katholischen Kirche noch nicht wieder hergestellt", sagte Büttner. Dankbar zeigt sich der Diözesanratsvorsitzende für die Veröffentlichung der Studie. Er wünsche sich weitere Schritte. Sexueller Missbrauch sei durch einen massiven Machtmissbrauch in kirchlichen Strukturen ermöglicht, zum Teil gefördert und noch dazu vertuscht worden. "Um Kirche für die Menschen zu sein, reicht es nicht aus, darüber zu sprechen. Vielmehr sind auch schmerzvolle Konsequenzen zu ziehen. Den Worten müssen Taten folgen", betonte Büttner. Beim Beantworten der von den Autoren der Studie aufgeworfenen Fragen müssten neben Bischöfen, Mitarbeitern der Kirche und der Caritas unbedingt Missbrauchsopfer, Fachleute von außen und Vertreter des Volkes Gottes beteiligt sein. "Eine echte Beteiligung des Volkes Gottes ist Teil einer hilfreichen Strukturänderung, um im Sinne von Papst Franziskus den Klerikalismus und den damit einhergehenden Machtmissbrauch in der Kirche zu überwinden", erklärte Büttner.

Es müsste über Alternativen in der Pastoral und Seelsorge wie zum Beispiel in Form von "viri probati" oder noch besser "homines probati", also die Priesterweihe bewährter Frauen und Männer, nachgedacht werden. Diese wären bei den Gläubigen ohne Zweifel über allem Maße anerkannt. pow