Auch in Mitwitz bewies der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, dass er ein Politiker der klaren Worte ist. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im Saal des Gasthofes Hotel Wasserschloss für seinen politischen Weggefährten MdB Hans Michelbach (CSU) sprach er über eine Stunde deutliche Worte zu vielen aktuellen deutschen und weltpolitischen Themen. Aber auch mit einigen privaten Anekdoten eroberte er die Herzen der rund 100 Zuhörer, unter denen sich auch der CSU-Ehrenkreisvorsitzende Heinz Hausmann, Kronach, befand. Im Namen des Kreisverbandes Kronach begrüßte der stellvertretende Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrat Gerhard Wunder, Steinwiesen, die Besucher. Sein Dank galt auch den Wahlkreisabgeordneten Hans Michelbach, der mit Erfolg die Interessen der Bürger von Coburg und Kronach im Bundestag vertrete und wisse, wo dem Menschen der Schuh drücke. Bevor Wolfgang Bosbach sprach, ging auch Hans Michelbach kurz auf seine bundespolitischen Arbeiten ein. Diese hatten 1994 gemeinsam mit Wolfgang Bosbach noch im Wasserwerk in Bonn begonnen, mit dem ihm seitdem nicht nur eine Freundschaft, sondern gegenseitige Anerkennung und Respekt verbinde.
MdB Wolfgang Bosbach betonte, dass er Hans Michelbach selbstredend in seinem Wahlkampf unterstütze. Deshalb sei er gerne die 500 km aus seiner Heimat, dem Bergischen Land, angereist. Leider, so Bosbach, müsse man in Deutschland ein hohes Maß an Politikverdrossenheit feststellen und deshalb werbe er um mehr Vertrauen in die Politik. Hierzu gelte für ihn der Grundsatz, keine Versprechungen zu machen, die man nicht erfüllen könne.
Nicht unerwähnt ließ Bosbach auch seine Meinung über Merkels SPD-Herausforderer Martin Schulz, dessen Höhenflug schnell verflogen sei, warnte aber auch deutlich vor Überheblichkeit, die die größte Gefahr für die Union sei. Seit 60 Jahren bestehe zum erten Mal die Möglichkeit, dass sieben Parteien in den Bundestag einziehen, wobei für ihn eine erneute große Koalition nur eine Ausnahme sei. Eine Demokratie brauche eine starke Regierung und eine starke Opposition und für ihn sei deshalb die FDP der Wunschpartner. Wolfgang Bosbach meinte in Sachen Türkei, dass der Abbruch der Verhandlungen mit Ankara kein Fehler wäre, sondern ein Fehler sei der Beginn der Verhandlungen gewesen. Würde die Türkei zur EU gehören, hätte man Syrien, den Iran und Irak als Nachbarstaaten. Auch gehöre seiner Meinung nach der Islam nicht zu Deutschland. Er habe zwar keine Angst vor einer Islamisierung, sondern vor einer Entchristianisierung. Zum Schluss ging Bosbach auch auf die Zukunft in Deutschland ein, zu der auch der Übergang von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft gehöre. hfm