"Es ist ein wichtiger Tag für die Arbeitnehmer", freuten sich der Vorsitzende des Arbeitskreises für Arbeitnehmerfragen AfA im SPD-Unterbezirk Coburg-Kronach, Wolfgang Schmitt, sowie Walter Wich-Herrlein und Leonhard Fehn vom Arbeitskreis Kirche und SPD bei einer gemeinsamen Veranstaltung. Die Richter des Europäischen Gerichtshofs hatten das deutsche Erfolgsmodell der Mitbestimmung in Unternehmen gestärkt. Ein deutscher Unternehmer hatte vor dem EuGH dagegen geklagt und nicht Recht bekommen.
"Das deutsche Modell der Mitbestimmung ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein wesentlicher Eckpfeiler für den wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand unseres Landes", betonte Schmitt.
Kritisch zur Kenntnis genommen wurden verschiedene Meldungen. Das Wirtschaftswachstum in Bayern sei in der Oberpfalz und in Niederbayern am stärksten, Vorletzter sei Oberfranken, Letzter Unterfranken.


Wurzeln schlagen

Können junge Leute heute überhaupt eine Familie gründen? Rainer Rosanwowski aus Ebersdorf bei Coburg sorgte sich, weil viele Menschen gezwungen seien, öfter die Arbeitsstelle und damit den Wohnort zu wechseln. Menschen müssten Wurzeln schlagen können. Kinder erleben sonst häufig Brüche. Leiharbeiter-Kinder erlebten zudem Perspektivlosigkeit. Die soziale Frage sei ein wichtiges Thema, unterstrich der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Kirche und SPD, Alexander Gröger.


Gewerkschaftsbonus

Was könnte geschehen, um Gewerkschafts-Mitglieder etwas besser zu stellen gegenüber Nichtmitgliedern, fragte sich Schmitt. Ihm gefalle ein Diskussionsentwurf aus dem Postbereich. Bislang bekommen alle die gleichen Leistungen.
Zur Diskussion gestellt wurde eine geldwerte Leistung oder zwei zusätzliche Urlaubstage nur für Gewerkschaftsmitglieder: "Warum sollen Mitglieder nicht einen kleinen Vorteil haben?"
60 Prozent der Bürger seien für eine Bürgerversicherung. Dazu gehöre auch eine solidarische Altersversorgung: "Wir müssen zudem schauen, in einem modernen Industriestaat mit guten Sozialmodellen der digitalen Entwicklung zu begegnen. Die Grundintention der Sozialdemokratie war immer, dass es arbeitenden Menschen gutgeht", unterstrich Gröger.
"Wir haben Fachkräftemangel, wohl wissend, dass acht Millionen Deutsche im Ausland arbeiten", bekundete Leonhard Fehn. 84 Prozent davon seien Akademiker. Viele Arbeiten seien ins Ausland abgeschoben worden. rg