Abeba Tesfayaber hat ihren Mann Akilu Tekel mitgebracht. Er gräbt um, sie zupft Unkraut. Die beiden Kinder, Loza und Eldanan, spielen derweil auf der Wiese. Nein, selbst etwas anbauen möchten sie nicht, aber helfen wollen sie sehr gern, sagt Akilu Tekel und seine Frau nickt zustimmend. Die Familie aus Eritrea ist zur Eröffnung der neuen Saison am Freitagnachmittag in den "Garten für Flüchtlingsfrauen" in der Anlage des Schrebergartenvereins Coburg-Nord gekommen.
Im vergangenen Jahr war dort diese kleine Oase auf einer freigewordenen Parzelle mit einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern eingerichtet worden. Die Idee dazu hatten die Mitglieder des Arbeitskreises "Keine sexuelle Gewalt gegen Frauen, Jugendliche und Kinder".
"Es sollte eine Willkommensgeste für die Frauen sein", erzählt Erna Rank-Kern vom Arbeitskreis. "Wir haben ihnen ein Stückchen Erde zur Verfügung gestellt, wo man sich verwurzeln kann." Bereits im vergangenen Jahr haben einige geflüchtete Frauen diese Chance genutzt. Spenden in Form von Pflanzen, Mobiliar und Werkzeugen machten es möglich. Demnächst sollen noch ein Sandkasten und Spielgeräte für die Kinder aufgebaut werden.
Unterstützung für das Projekt gibt es von verschiedenen Seiten, zum Beispiel von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Der Coburger Serviceclub Soroptimist International stellte Geld zur Verfügung, damit die Ablösesumme für den Garten gezahlt werden konnte. Zur Saisoneröffnung ist Vizepräsidentin Andrea Schiele-Eberlein gekommen und hat einen Himbeerstrauch mitgebracht.
Auch Christiane Zinoni-Peschel, die beim Grünflächenamt für die Freiflächengestaltung zuständig ist, packt mit an. "Wir haben den Garten gepachtet und, wo es notwendig war, Dinge repariert und in Ordnung gebracht", erläutert sie. Nach der Winterpause geht es nun wieder richtig los im "Garten für die Flüchtlingsfrauen". Neben der Familie aus Eritrea sind dazu Frauen vom Arbeitskreis, aber auch andere Ehrenamtliche gekommen. Denn darum geht es unter anderem: Kontakte zu knüpfen, sich kennenzulernen und einen Ort zu schaffen, an den man sich auch einmal zurückziehen kann. Diese Möglichkeit wollen Abeba Tesfayaber, Akilu Tekel und ihre beiden Mädchen gern nutzen.
Wer sich beteiligen möchte, kann sich bei Marianne Morchel vom Arbeitskreis "Keine sexuelle Gewalt" unter m.morchel@gmx.de melden.