Pünktlich zum Schulanfang legt die Stadtratsfraktion von Pro Coburg zwei Anträge in Sachen Schule auf den Tisch: Zum einen geht es um Hol- und Bringzonen in Schulnähe, wo Eltern ihre Kinder absetzen oder ins Auto einsteigen lassen können. Zum anderen geht es um den Standort für ein neues Umkleidegebäude am Dr.-Stocke-Stadion (siehe Text unten).

Was die Hol- und Bringzonen angeht, ist der Antrag von Pro Coburg sehr offen gehalten: Die Verwaltung solle beauftragt werden, "in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen die Möglichkeiten zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen zu erarbeiten, um die Verkehrsbelastung in den Morgen- und Mittagsstunden durch die sogenannten Elterntaxen zu minimieren".

Für weitere Informationen verweist Fraktionssprecher Jürgen Heeb auf eine Broschüre des ADAC. Dort heißt es sehr deutlich: "Aus Sicht der Unfallstatistik stellt die Mitfahrt im Pkw ein größeres Problem für Kinder von sechs bis neun Jahren dar als die Fortbewegung mit jedem anderen Verkehrsmittel. So kommen jährlich mehr Kinder im Pkw der Eltern zu Schaden als durch die selbstständige Mobilität zu Fuß."

Probleme entstehen laut ADAC vor allem dann, wenn die "Elterntaxis" den Schulbussen in die Quere kommen, in Feuerwehrzufahrten halten oder vor den Schulen gewagte Wendemanöver vollziehen.

Dabei - auch das steht in der Broschüre des Automobilclubs - sei Zufußgehen für Kinder gesund, fördere die Konzentrationsfähigkeit und beuge Übergewicht vor. Außerdem würden die Kinder selbstständiger und lernen, Gefahrensituationen im Straßenverkehr einzuschätzen.

Wenn sich das Bringen oder Holen der Kinder schon nicht vermeiden lässt, dann sollte es wenigstens auf "verträgliche und sichere Orte" verlagert werden, heißt es in der ADAC-Broschüre. Die sollten dann aber wenigstens 250 Meter von der jeweiligen Schule entfernt liegen. Die Zahl der Stellplätze sollte sich nach der Größe der Schule richten; mindestens vier sollten es jedenfalls sein. Außerdem empfiehlt der ADAC, die Einrichtung der "Elternhaltestellen" mit Projekten zur Bewegungsförderung zu verknüpfen.