Es war fast eine One-Man-Show von Rolf Kühn bei der Bürgerversammlung im Sportheim. Unter seinem Motto "Klimafrei sich zu äußern ist in Gefahr" ging er mit seinen seitenweise aufgezeichneten Notizen, jedoch äußerst sachlich, auf den Zweiten Bürgermeister Werner Hanke (ÜPWG) los. Dieser hatte für den erkrankten Bürgermeister einspringen müssen.

Kühn prangerte zunächst die "Lkw-Parkerei" auf dem Platz neben der Schulsportanlage an. "Der Platz ist hin", meinte er, da die Lkw die Oberfläche stark beschädigten. Hinzu komme, dass Baumaschinen ebenso zur Verunstaltung beitrügen. Vor einem Jahr habe er bei der Bürgerversammlung bereits auf diese unschöne Sache hingewiesen, getan habe sich jedoch nichts, klagte Kühn. Die Gemeinde verbiete das Parken nicht, das sei ein Versäumnis, das negative Folgen habe.

Kühns nächstes Anliegen drehte sich um die Vereine. Diese würden zu stark belastet und unter Druck gesetzt, meinte er und nannte als Beispiele, dass sich der SV Weidach an Reparaturen der Fluchtlichtanlage habe beteiligen und sich auf eigene Kosten einen Rasenmäher habe anschaffen müssen. Bei anderen Gemeinden würde es anders laufen. Dazu sagte Werner Hanke: "Was soll eine Gemeinde noch alles auf sich nehmen? Die Vereine sollten nicht so fordernd sein."

Zum Zustand des Dorfplatzes in Weitramsdorf meinte Redner Kühn: "Ein Schandfleck." Dem entgegnete Hanke, dass man momentan in der Planung sei. Der Albrecht-Saal sei zu einer Kulturhalle umzugestalten, forderte Kühn und prangerte die Sanierung des Rathauses und die neuerliche Anbauplanung an. Die Weidacher Schule wäre für ein Rathaus die bessere Lösung gewesen. Hierzu sagte Hanke, dass erhebliche Fördermittel für die Neugestaltung des Rathauses geflossen seien, was für die Weidacher Schule nicht möglich gewesen sei.

Schließlich bemängelte Rolf Kühn die "katastrophalen Verhältnisse am Wertstoffhof", verursacht durch zu enge Durchgangswege. Der Zweite Bürgermeister machte deutlich, dass ihm dies auch bekannt sei. "Wir haben halt nur diese Fläche", meinte er. Mit dem Landratsamt solle dies besprochen werden.

Andere Bürger kamen trotzdem auch zu Wort. Die Sperrung der Schulstraße bezeichnete Martina Groß als eine Schweinerei. "Hier geht Anwohnerrecht über das Wohl der Kinder", meinte sie. Auswärtige Eltern müssten bei dem Fahrverbot längere Wege mit ihren Kindern zur Schule gehen. Der Vorschlag, auf dem Badparkplatz zu parken, stieß auf Gelächter. Dazu Hanke: "Ein Schulwegkonzept wird erstellt unter Einbeziehung des Elternbeirates."

Marion Hümmer klagte, dass es aus den Kanälen im Neuseser Weg stinke, und Tanja Denninger bat um einen Skater-Park. Nach Abschluss der ASB-Baumaßnahmen werde der Neuseser Weg saniert, kündigte Hanke an, ein Straßensanierungskonzept werde erstellt und für die aus allen Nähten platzenden Kindergärten würden Lösungen gesucht. Derzeit behelfe man sich mit Containern. Schließlich stellte Ralf Goer bei der Versammlung den Antrag, die Vereine von Mieten, auch von Stuhlmieten, zu befreien. Dieser Antrag wurde mit 42 Stimmen angenommen. Nun hat sich der Gemeinderat innerhalb einer Frist von einem Vierteljahr damit zu befassen.