Sie sitzen da, blättern in den Notenbüchern und schwelgen ein bisschen in der Erinnerung. Singen kräftig mit, denn sie kennen fast all die fränkischen Volksweisen und Wirtshausliedla. Im Gasthaus Passing ist "Rocken-Stum", Zeit für Musik und Waafn. Es ist ein vorwiegend älteres Publikum da, die weißen Haare überwiegen, aber der Lebensmut ist ungebrochen.
Erwin Töpfer aus Lochau denkt an die Anfänge zurück: "Vor zehn Jahren haben mein Cousin Ludwig und ich diese nostalgische Zusammenkunft von früher mit dem Spinnrad wieder ins Leben gerufen, auch dank der Unterstützung von Karl Passing. Schön, dass das jetzt noch so großen Zuspruch hat." Und er stimmt wieder ein mit den vielen anderen in die Weisen wie "Hohe Tannen", "Unter Erlen" und "Oh, wie ist das schön ..." oder "Von den Bergen rauscht das Wasser". Sogar an "Bajazzo", das Lied aus der Oper "Pagliacci" von Ruggero Leoncavallo wagte sich die Wirtshausrunde.


Buntes Klangbild

Die musikalische Umrahmung ist immer spontan zusammen gestellt bei den Treffen jeden ersten Montag im Monat. Diesmal sind so richtige "Rockenstum-Profis" präsent: der 88-jährige Rudi Kühnel an der Geige,Wolfgang Walther am Kontrabass, Manfred Schill mit der Konzertina, Robert Hümpfler an der Gitarre und Rudi Marsching an Akkordeon und Konzertina. Sie können einfach alles,Volkstümliches und Schlager. Und die Teufelsgeige von Hansi Herrmann aus Kulmbach und seine Mundharmonika bereichern das Klangbild. Dann ein Ausflug ins Oberbayerische mit einem Plattler, schnell jedoch wieder zurück ins Fränkische. Frohsinn, Humor und der Austausch von Neuigkeiten garnieren den vierstündigen Nachmittag.
Für den Ingrid Dörfler sogar ihr Strickzeug mitgebracht hat, in Erinnerung an die "Rocken-Stum" von früher. Schön, dass es so was noch gibt.