Zum ersten Mal lud die Junge Union (JU) Haßberge unter Kreisvorsitzender Stefanie Hümpfner (Königsberg) zu einem Sommerempfang unter dem Motto "Junge Politik trifft Wirtschaft" in das Landhotel Rügheim ein. Dabei sprach der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt, Otto Kirchner; er ist der Chef der Fränkischen Rohrwerke in Königsberg. Zu Gast war ferner, wie die Junge Union mitteilte, der Landesvorsitzende der JU Bayern, Hans Reichhart.
Die JU Haßberge habe das Thema mit Bedacht gewählt, sagte Stefanie Hümpfner. Die Unternehmen in der Region seien wichtige Arbeitgeber und Ausbilder in den verschiedensten Berufszweigen. Der Empfang gebe allen Anwesenden die Möglichkeit zu einem lockeren Austausch untereinander.


Neues Projekt

Otto Kirchner stellte die aktuellen Arbeitslosenzahlen für Deutschland, Bayern und die Region vor. Trotz der guten Quote von 2,8 Prozent in Unterfranken haben nach seinen Angaben Arbeitgeber wie Metzger, Bäcker oder das Baugewerbe große Probleme, gute Mitarbeiter zu finden.
Jedoch sei es auch in der Industrie mittlerweile schwer, Arbeitsplätze mit guten, engagierten Mitarbeitern zu besetzen, und die Arbeitgeber der Tourismus-Branche hätten Probleme, Auszubildende für den Beruf des Kochs oder im Hotelfach zu finden. Auch die Integration der Flüchtlinge brauche noch etwas Zeit. Momentan seien 80 bis 90 Personen vermittelt; bei vielen seien sprachliche Defizite der Grund, warum sie nicht gleich in Anstellungen gehen können.
Die IHK Schweinfurt-Würzburg vertritt laut Kirchner derzeit rund 60 000 Betriebe aus der Region. Das duale Ausbildungssystem sei ein Segen, schwächele aber auch durch Probleme in manchen Ausbildungsberufen und dem teilweise ungerechtfertigt schlechten Ruf. Viele Vorteile, wie ein angemessenes Gehalt schon in der Ausbildung, würden oft nicht gesehen. Die duale Ausbildung wie auch das duale Studium bringen laut Kirchner den Unternehmen Praktiker, da bereits in der Ausbildung nicht nur Theorie vermittelt werde, sondern ein direkter Praxisbezug gegeben sei.
Neu sei nunmehr seit gut einem Jahr das Projekt der Ausbildungs-Scouts in der Region. Hier stellten Auszubildende ihre Ausbildungsberufe in Schulklassen vor, um so neue Auszubildende zu werben.
Otto Kirchner wurde gefragt, was er den jungen Leuten mit auf den Weg geben will. "Zufällig Erfolg zu haben, passiert selten!" Initiative zeigen sei schon in der Ausbildung wichtig. red