klaus schmitt

Eine neue Ausstellung hat den Weg in das Dokumentationszentrum "Zeiler Hexenturm" gefunden, deren Thematik gut zum Anliegen des "Hexenturms" passt.
Im Dokumentationszentrum wird die brutale und gnadenlose Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert aufgearbeitet. In den Jahren zwischen 1616 und 1631 sind in Zeil, dem "Brennofen" des Fürstbischofs von Bamberg, etwa 400 Menschen als sogenannte Hexen denunziert, verfolgt, gefangen genommen, gefoltert und getötet worden. Ihr Schicksal wird im Dokumentationszentrum an Originalschauplätzen (Stadtturm mit dem früheren Fronhaus) beschrieben.
Die neue Ausstellung schildert die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes (ZFD), der unter dem Motto "Wir scheuen keine Konflikte" weltweit dazu beitragen will, dass Auseinandersetzungen im Dialog und friedlich gelöst werden. Einsatzgebiete sind, wie auf den 17 Informationstafeln nachzulesen ist, der Balkan, mehrere Länder in Afrika, der Nahe Osten oder auch Mexiko, wo Drogenkartelle die Menschen in Angst und Schrecken versetzen.
Erzählt wird die Geschichte des serbischen Kriegsdienstverweigerers Nevad Vukosavljevic, der in den 1990er Jahren während des Balkankrieges nach Deutschland flüchtete und später zu einer Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes ausgebildet wurde. Er sagt: "Krieg an sich ist ein Verbrechen, auch wenn sich ,nur‘ Soldaten gegenseitig töten." Der Serbe leistet Versöhnungsarbeit auf dem Balkan mit früheren Kämpfern beider Seiten. Er will die einstigen Gegner an einen Tisch bringen. "Dort wird aus Wut, Angst und Hass irgendwann ein Dialog, bei dem man dem ehemaligen Gegner zuhört", erklärt Vukosavljevic.
Es sind neun deutsche Friedens- und Entwicklungsorganisationen, die den Zivilen Friedensdienst umsetzen. Darunter ist zum Beispiel "Brot für die Welt". Finanziert wird die Arbeit vom Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Ein wichtiges Anliegen ist: Die ZFD-Fachkräfte "achten grundsätzlich darauf, dass sie alle Sichtweisen berücksichtigen." In ihrer schwierigen Tätigkeit, wie sie Nevad Vukosavljevic ausführt, haben die Helfer erfahren: "Jeder Konflikt ist anders."