Heulende Sirenen schreckten in der Nacht zum Sonntag die Autenhausener aus dem Schlaf. Am Sonntagmorgen hatten Zeugen gegen 2 Uhr Feuer am Grenzweg entdeckt und daraufhin die Feuerwehr und die Bewohner eines in der Nähe befindlichen Anwesens alarmiert. Die Bewohner des Wohnhauses konnten sich ins Freie retten und trugen somit keine Verletzungen davon, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken am Sonntag mit.

Die Lagerhalle, die Feuer gefangen hatte, brannte nieder. Es handelt sich um eine Halle, die früher einmal zu einem Fertigbauunternehmen gehörte. Nun waren laut Polizei darin Oldtimer abgestellt und Brennholz gelagert. Auffällig ist: Erst zehn Tage zuvor hatte die Feuerwehr wenige Meter entfernt eine andere Halle löschen müssen. Auch sie stand mitten in der Nacht in Flammen.

Übergriff auf Wohnhaus drohte

Mehrere Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden waren vor Ort und konnten ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Wohnhaus verhindern. Die Drehleitern aus Seßlach und dem benachbarten Heldburg (Thüringen) waren angefordert. Neben den Feuerwehren hatte die Integrierte Leitstelle auch das Technische Hilfswerk und die Rettungsdienste (ASB, BRK) nach Autenhausen beordert.

Zur Bekämpfung der Flammen, die aus der Halle mit Wellblechdach schlugen, musste eine mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitung aus der Kreck gelegt werden, die zwischen den beiden Dorfhälften im Grund fließt. Trotz des schnellen Eingreifens der rund 150 Feuerwehrkräfte brannte das Lagergebäude bis auf die Grundmauern nieder.

Die Polizei Coburg sperrte die Einsatzstelle ab und verständigte die Kollegen der Kriminalpolizei Coburg, die den Fall übernahmen und Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen haben.

"Es ist schon komisch." Mehr wollte Seßlachs Bürgermeister Martin Mittag (CSU) am Sonntag zu dem Umstand nicht sagen, dass es kurz hintereinander im Autenhausener Grenzweg in zwei benachbarten Gebäuden brannte. Wenn man den Brand in einem leer stehenden Sägewerk dazunimmt, war es der dritte Großeinsatz für die Wehren in dem kleinen Ort dicht an der Grenze zu Thüringen seit Ende August. Damals wurde das Feuer jedoch auf einen technischen Defekt zurückgeführt.

Mittag hofft, dass er heute von der Polizei Näheres zu der Ursache für den Brand vor zwei Wochen erfährt, wie er sagte. Dass es am Montag schon Ermittlungsergebnisse zu dem jüngsten Feuer geben könnte, glaubt er nicht.

Derweil wächst in Autenhausen die Besorgnis. "Man hat ja direkt Angst", sagt eine Anwohnerin. Zu vielen Anwesen gehören Scheunen und frühere Stallungen, und viele sind, wie die Lagerhalle am Grenzweg, relativ leicht zugänglich. red/sb/mst