JOsef Hofbauer Gemeinsam mit dem Caritasverband Bamberg-Forchheim starten die drei Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Kirchehrenbach, Weilersbach, Leutenbach und Kirchehrenbach das Projekt "Gemeinsam in der Heimat leben". Das Ziel: größtmögliche Versorgungssicherheit und soziale Teilhabe aller Bürger.

Was sich dahinter verbirgt, erläutert Quartiersmanagerin Anneliese Iser. Die Krankenschwester und Fachkraft im sozialtherapeutischen Bereich soll im Auftrag der drei Kommunen zunächst eine Sozialraumanalyse erstellen. Dabei sollen die Interessen und Anliegen der Menschen sämtlicher Altersgruppen in einer Fragebogen-Aktion erfasst werden.

Dokumentiert werden dabei die Wohnsituation ebenso wie die ärztliche Versorgung und die Situation des Einzelhandels. Das Thema Mobilität wird genauso untersucht wie das therapeutische Angebote, Dienstleistungen, Betreuungsdienste oder Begegnungsmöglichkeiten.

Konzepte abstimmen

Nicht zuletzt will Anneliese Iser erkunden, wie groß die Bereitschaft ist, sich für andere zu engagieren. Dabei will die Projektmanagerin Synergien und Kooperationen suchen. Nicht zuletzt soll die Sozialraumanalyse auf Projekte wie das Seniorenpolitische Gesamtkonzept, die Jugendhilfeplanung, städtebauliche und soziale Entwicklungskonzepte sowie das Konzept für die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) abgestimmt werden.

"Wir werden damit weder das drängende Problem des Pflege-Notstandes lösen, noch wird dadurch der akute Personalmangel im Bereich der Kinderbetreuung behoben", verdeutlichte Caritas-Geschäftsführer Peter Ehmann.

Es gelte vielmehr herauszufinden, welche Strukturen bereits vorhanden seien und wo noch Potenziale schlummerten, die geweckt und ausgebaut werden könnten, um das gemeinsame Leben in der Heimat für die Zukunft auf gesunde Füße zu stellen, betonte Iser. Die Sozialraumanalyse, so die Kirchehrenbacher Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD), knüpfe an den "Marktplatz der Generationen" an, ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Senioren, an dem Kirchehrenbach 2017 teilgenommen habe.

Passgenaue Basisdaten

Bereits damals seit festgestellt worden, dass es wichtig sei, Bedarfe in der Gemeinde und darüber hinaus genau zu ergründen, um Investitionen und Anstrengungen passgenau einsetzen zu können. Genau dieses Ziel verfolge die Sozialraumanalyse. Der Leutenbacher Bürgermeister Florian Kraft (FW) erinnerte daran, dass in seiner Gemeinde im vergangenen Jahr durch den Verkauf einer Immobilie ("Haus Elisabeth", Anm. d. Red.) über die Errichtung eines Pflegezentrums diskutiert worden sei.

Aber ohne Bedarfsermittlung und ohne einen Partner sei dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt gewesen. Deshalb zeigte sich Kraft dankbar, dass mit der Sozialraumanalyse nun Daten ermittelt würden, die derartige Entscheidungen erleichterten. Der Weilersbacher Bürgermeister Gerhard Amon (CSU) betonte, dass trotz der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit die Individualität der Dörfer gewahrt bleibe.

Auf fünf Jahre angelegt

Die erhobenen Daten sollen von Studenten wissenschaftlich analysiert werden. Auf Grund der Ergebnisse würden ab dem kommenden Jahr 30 bis 40 Maßnahmen abgeleitet, die in den Folgejahren umgesetzt werden sollen. Insgesamt ist das Projekt, das im ersten Jahr mit 33 000 Euro gefördert wird, auf fünf Jahre angelegt.

Der Eigenbetrag der Kommunen ist mit insgesamt 7000 Euro sehr überschaubar. Wichtig sei vor allen Dingen, dass sich möglichst viele Bürger der Verwaltungsgemeinschaft Kirchehrenbach an der schriftlichen und anonymen Umfrage zu ihrer Lebenssituation beteiligten. Nur so entstehe ein objektives und aussagefähiges Bild, betonte die Projektmanagerin.

Erreichbar ist sie ab 30. Januar in ihrem Büro im ehemaligen Rathaus in der Pfarrstraße 1 in Kirchehrenbach. Die Sprechzeiten: dienstags 9.30 bis 11.30, donnerstags 14 bis 16 Uhr.