Die Kulmbacher FDP startete am Dienstagabend ihre Reihe "Sommergespräche", und so begrüßten Thomas Nagel, Vorsitzender der FDP Oberfranken, und Michael Otte, Direktkandidat für den Landtag, rund 15 Interessierte in der "Alten Feuerwache". Gast und Diskussionspartner war Alexander Muthmann, fraktionsloser Abgeordneter im Bayerischen Landtag, wo er seit seinem Austritt bei den Freien Wählern die Interessen der FDP vertritt.
"Mein Steckenpferd ist das Thema gleichwertige Lebensbedingungen", sagte der Landtagsabgeordnete aus Niederbayern, "und das bedeutet auch, dass nicht allein in München und zentral Entscheidungen gefällt werden können." Man müsse vielmehr mit jeder Region ins Gespräch kommen, um gezielt Schwerpunkte zu setzen. "Was in Starnberg funktioniert, funktioniert nicht zwangsläufig in Kulmbach."
Damit sprach er beispielsweise den Breitbandausbau und ein flächendeckendes Handynetz an, aber auch die Bereiche Bildung und gezielte Förderung wurden thematisiert. "Beim schnellen Internet kann man nicht dauerhaft mit dem Mindeststandard arbeiten, man müsste vielmehr Maximalabweichungen diskutieren." Nur so könne vermieden werden, dass die Versorgung in zwei Jahren schon wieder überholt sei. Den Antrag und das Volksbegehren der Grünen zum Flächenverbrauch sah er kritisch. "Das funktioniert bei großen Städten, aber kleine Gemeinden können dadurch echte Probleme bekommen." Die Forderung laute, pro Tag nicht mehr als fünf Hektar Boden in Bayern zu versiegeln. Da die Flächen nach Einwohnerzahl verteilt würden, würde das nach Muthmanns Rechnung für eine Gemeinde mit 1000 Einwohnern 1100 Quadratmeter pro Jahr bedeuten. "Da hat schon ein Landwirt, der einen neuen Stall mit 2000 Quadratmetern bauen will, ein Problem."
In Sachen Bildung und Digitalisierung meldete sich Thomas Nagel zu Wort. In Sachen Internet gehe es auch um Investitionen in den Schulen. "Kulmbach ist eine Schulstadt, wir dürfen den großen Sanierungsstau in den Grund- und Hauptschulen nicht vergessen. Die Schulen sollten endlich ein ausreichendes Budget erhalten, das sie eigenverantwortlich einsetzen können", forderte Nagel. Dabei sei die Technik natürlich nicht alles, auch ein pädagogisches Konzept sei notwendig, und Alexander Muthmann ergänzte: "Es gibt noch viele ungeklärte Fragen, etwa: Wie viel digitales Lernen und Leben ist eigentlich angemessen?"