Laut dem Gößweinsteiner Marktrat Peter Helldörfer (CSU) sind aktuell auf dem Turm der Burg Gößweinstein 24 verschiedene Sender installiert. Dieser Umstand hatte in Gößweinstein vor Jahren große Aufregung ausgelöst.
Damals war vermutet worden, dass die Strahlen Menschen gesundheitlich belasten und sogar Krebs auslösen könnten. Im Auftrag der Gemeinde war die Strahlenbelastung auch gemessen worden; mit dem Ergebnis, dass die Grenzwerte um über 99 Prozent unterschritten werden.

Nun stand dieses Thema erneut auf der Tagesordnung einer Gößweinsteiner Marktgemeinderatssitzung. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) informierte die Räte darüber, dass neue Messungen durchgeführt werden sollen.
Zimmermann schlug vor, zwei Messstationen aufzustellen: eine an der Martinswand, eine am katholischen Kindergarten am Kreuzberg. "Es kann allerdings bis zu drei Jahre dauern, bis die Messergebnisse vorliegen", so Zimmermann.
Die letzten Messungen hätten gezeigt, dass die Radiowellen stärker strahlten als die Mobilfunkwellen.


Beunruhigte Bevölkerung

Jürgen Kränzlein (SPD) forderte, die letzten Messwerte im Gößweinsteiner Boten zu veröffentlichen. "Das beruhigt die Bevölkerung dann sicher", so Kränzlein. "Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund neue Messungen zu machen", war Bernhard Vogels (SPD) Meinung. Denn was solle schon dabei herauskommen, wenn die Grenzwerte bei der letzten Messung derart deutlich unterschritten wurden?
Kränzlein verwies jedoch darauf, dass es seit den letzten Messungen auf der Burg nun neue Einrichtungen gibt. Die Bürger seien deshalb beunruhigt. Man sei deshalb in der Pflicht, die genauen Werte zu veröffentlichen. "Es geht um die Aufklärung der Bevölkerung in einer durchaus wichtigen Frage", gab ihm Helldörfer recht. Georg Lang (CSU) stimmte Helldörfer zu und forderte seinerseits mehr Messpunkte. "Wir beantragen drei bis vier Messpunkte", schlug Lang vor.


Kein falscher Eindruck

Laut Zimmermann werden nur zwei genehmigt. Darauf sollte sich der Gemeinderat auch festlegen. Helldörfer betonte noch, dass die Messstelle an der Martinswand nicht auf seinen eigenen Vorschlag dort installiert werden soll. Hintergrund, dass Helldörfer eben dort wohnt. "Die Messstelle dort hat jemand anderes beantragt", so Helldörfer.
Für Zimmermann sind die Messstellen an der Martinswand und am Kreuzberg sinnvoll. "Direkt unter der Burg brauchen wir nicht messen, da es dort kaum Strahlung gibt", so Zimmermann. Der Gößweinsteiner Marktgemeinderat war mit Zimmermanns Vorschlag am Ende einverstanden.