Veronika Schadeck

Beim "Kamingespräch" der Kronacher Wirtschaftsjunioren am Donnerstagabend im Gast- und Brauhaus "'s Antla" ging es unter anderem um die demografische Entwicklung und um Bildung. Das Thema lautete "Kronach 2030".


"Mittelstandsheld" Rainer Kober

Dabei standen der Vorsitzende des Regionalmarketingvereins Kronach Creativ, Rainer Kober, und Landrat Klaus Löffler Rede und Antwort. Rainer Kober wurde im Rahmen der Veranstaltung als "Mittelstandsheld" ausgezeichnet. Mit dem Preis werden Personen rund um den Mittelstand und die lokale Wirtschaft geehrt, die sich um den bayerischen Mittelstand in besonderer Art und Weise verdient gemacht haben.
Sebastian Döberl von den Wirtschaftsjunioren Bayern, Ressort Unternehmertum, bezeichnete Kober als einen "Macher" mit hohem Engagement. Landrat Klaus Löffler nannte ihn als "einen Leuchtturm im Landkreis". Beim Gespräch, das unter der Leitung der Wirtschaftsjuniorin Annemarie Christel stattfand, wurde der Landkreis in den besten Farben geschildert. Immer wieder wurde von "Leuchttürmen" gesprochen. Dabei fiel unter anderem Begriffe wie eine starke Wirtschaft, die Arnikastadt Teuschnitz, das Innovationszentrum, der Studiengang Zukunftsdesign, Innovations-Campus, die Ansiedlung der Finanzhochschule, Lebensqualität für Generationen, die Demografiepilotregion Kronach, aktives Bürgerengagement und das kommunale Marketing.
Zähle man das bürgerschaftliche Engagement in Kronach zusammen, so Kober, stünden 300 Leute in Vollbeschäftigung. Er sprach von Ideen, die für die Umsetzung ein Management benötigen. "Unsere Stärke im Landkreis ist die Vielfalt und
ein unglaublich starker Mittelstand!" Gelobt wurde die Arbeit des Zukunftscoachs Gabriele Riedel, die unter anderem mit 1400 Leuten in Kontakt sei. Diese stammen zwar aus dem Landkreis, sie haben aber ihren Lebensmittelpunkt außerhalb. Man versuche dadurch, den einen oder anderen dahingehend zu bewegen, wieder in die Heimat zu kommen, so Landrat Klaus Löffler.
"Wo bleibt das Handwerk, wenn lauter Akademiker im Landkreis wohnen sollen?", fragte Heinz Schmidt. Und: "Ich habe gedacht, ich bin auf der falschen Veranstaltung." Fakt sei, dass es im Landkreis in nahezu jeder Ortschaft Leerstände gebe, die Ehefrauen von extern qualifizierten Fachkräften "reißen aus". Es sei ihm bewusst, dass es noch viele Herausforderungen gebe, so Löffler. Aber jammern bringe nichts. "Wenn wir Förderungen wollen, müssen wir wahrgenommen werden - wir müssen zeigen, dass sich etwas bewegt."
Zur Situation im Handwerk verwies er auf die Mittelschulen, die seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit den Betrieben und dem Handwerk pflegen.
Es wurde auch Kritik gegenüber seiner Behörde geäußert. So sprach Michael Schuberth von einem Schreiben, auf das er keine Antwort erhielt. Die Mitarbeiter sollten sich mehr als Servicedienstleister sehen und nicht als "Controller". "Wir sind eine Dienstleistungsbehörde", so Löffler. Er bat, bei Unstimmigkeiten entsprechend ans Vorzimmer zu schreiben. Eva Vetter äußerte den Wunsch nach einem "Behördenkümmerer". Dieser sollte die Unternehmen betreuen, beispielsweise wenn es um Investitionen und die damit verbundenen behördlichen Auflagen geht. Dieser Vorschlag fand beim Landrat Anklang. "Die Behörden müssen sich untereinander mehr vernetzen - das ist die Zielrichtung!" Er nannte den Geschäftsführer der Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft, Wolfgang Puff, als Ansprechpartner. Er sei das "Scharnier" zwischen Landkreis, Landrat, Vorzimmer und der heimischen Wirtschaft. Annette Christel wünschte abschließend, dass Handwerker und Fachkräfte mehr gesellschaftliche Anerkennung bekommen: "Nur mit Akademikern kann die heimische Wirtschaft nicht existieren!"