Der viel diskutierte Bodenrichtwert wird bisher schon vor allem für die Berechnung der Erbschaftssteuer ermittelt und kontinuierlich fortgeschrieben, das nächste Mal sollen im Laufe dieses Jahres aktuelle Zahlen erscheinen. Dafür gibt es spezielle Gutachtergremien. Generell gilt: je besser die Lage und Attraktivität eines Grundstücks, desto höher ist der Bodenrichtwert. In wenig gefragten Gebieten - so auf Dörfern im Kreis Haßberge - kann er (die Erschließungskosten eingerechnet) pro Quadratmeter 25 Euro betragen. In Ebern macht er bis zu 75 Euro aus und in Haßfurt, je nach Zentralität der Lage 115 Euro. In den Metropolen geht es hinauf bis auf fünfstellige Werte, was die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer deutlich erhöht. Der Bodenrichtwert für Düsseldorfs Altstadt liegt beispielsweise bei 17 500 Euro.

Im Kreis Haßberge wittert manch einer Ungerechtigkeiten, wenn in Pfarrweisachs kleinen Gemeindeteilen Lohr oder Römmelsdorf der gleiche Richtwert gelten soll wie in der infrastrukturell viel besser situierten Kerngemeinde selbst; oder wenn ein Dorf wie Goggelgereuth höher angesetzt wird als Stadtteile von Ebern.

Teure Erschließung

In einem beruhigt Eberns Bürgermeister Hennemann: Die Bodenrichtwerte hätten sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Er warnt vor Missverständnissen: "Bis letztes Jahr wurden diese Bodenrichtwerte immer ohne Erschließung gelistet und veröffentlicht. Jetzt werden sie inklusive Erschließungskosten in den Tabellen dargestellt." Das führe zu Verwirrung und Fehlinterpretationen.

Was so dramatisch steigt, seien die Erschließungskosten, bedingt durch die Situation auf dem Baumarkt. Hennemann: "Man kann von einer Verdoppelung in den letzten zehn Jahren ausgehen." eki