Erneut ging es um die Gemeinderechtler bei der Sitzung des Stettfelder Gemeinderats. Diese haben ein tradiertes Recht auf Nutzung des Gemeindewaldes (Brennholz); Ärger gab es, weil die Rechtler-Beauftragte und Dritte Bürgermeisterin Nicole Meyer einen Teil der Nutzungsrechte als nicht gerechtfertigt ansieht. Bis zur Überprüfung der Angelegenheit hat die Gemeinde den Holzeinschlag in einem Bescheid untersagt. Dagegen liefen die Rechtler Sturm und marschierten jetzt sogar zum Verwaltungsgerichtshof Würzburg. Ihr Schuss könnte voll nach hinten gehen, wie in der letzten Gemeinderatssitzung deutlich wurde.


83 Einzelklagen werden geprüft

Beim Verwaltungsgericht in Würzburg liegen, wie erläutert wurde, aktuell 83 Klagen gegen den Bescheid vor, der den Holzeinschlag untersagt. 82 Klagen sind noch nicht begründet. Die Kläger haben bis 30. Januar Zeit dafür. Die Rechtlergemeinschaft hatte eine Sammelklage angestrebt. Doch die wandelte das Verwaltungsgericht in Einzelklagen um: Das Gericht prüft, ob die Kläger tatsächlich Rechtler und klageberechtigt sind.
Der Anwalt der Gemeinde sieht, das wurde in der Sitzung deutlich, einen erheblichen Teil der Klagen wegen fehlender Nutzungsrechte als unzulässig an. Hiervon seien, erklärte Bürgermeister Alfons Hartlieb, der die Einschätzung des Anwalts verlas, folgende Rechte betroffen: die, welche auf andere Grundstücke übertragen wurden; die, welche ferner nicht auf Hofstätten, sondern auf anderen Grundstücken liegen, und Rechte, die ohne besonderen Grund gehäuft oder geteilt wurden, sowie solche, bei denen die Ausübung der Land- und Forstwirtschaft aufgegeben wurde.
Grundsätzlich liegen die Holznutzungsrechte in Stettfeld auf den "Hofstätten". Heute liegen aber auch welche auf Äckern. Wie die Übertragungen vollzogen wurden, das dürfte der Knackpunkt sein; die Gemeinde muss zustimmen. Immerhin stehen der Gemeinde Anteile am Erlös aus dem Verkauf des Stammholzes zu, führt der Anwalt aus und begründet dies mit einem Gutachten von 1954, einem Vergleich und zwei Urteilen. Es ist eine verworrene Lage. Gleichwohl: "Als der Anwalt uns das am Freitag erklärt hat, war ich erst einmal sprachlos", erklärte Bürgermeister Alfons Hartlieb. "Das wird einen mittleren Erdrutsch geben."
Helmut Schöpplein stellte fest: "Der Anwalt hat nicht in jedem Punkt Recht, das ist nicht so." Adrian Pflaum konnte dem Anwalt auch nicht glauben: "Wenn ein Recht auf einem Acker liegt, ist es doch durch die Gemeinde gegangen." Dem sei nicht immer so gewesen, einige Übertragungen seien rein notariell gelaufen, erklärte Hartlieb.
Die Überprüfung der Klagen durch das Gericht beginnt im Februar.


Geld für den Brandschutz

Die Gemeinde beteiligt sich zu zwei Dritteln an den Brandschutzmaßnahmen im Kindergarten, die mit 140 000 Euro veranschlagt sind. Das restliche Drittel teilen sich zu zwei Dritteln und einem Drittel der Johannes-Zweigverein und die Diözese Würzburg; die Diözese will das Geld erst in zwei Jahren bereitstellen. Die Gemeinde wird in Vorleistung gehen. Für die angedachte Sanierung des Dachs im Altbau (170 000 Euro) gab es Zweifel, ob im Haushalt Spielraum dafür ist. Bürgermeister Hartlieb sagte, die Kreisumlage betrage 150 000 Euro mehr, die Schlüsselzuweisung sinke um 90 000 Euro. "Wir werden vielleicht keine allzu großen Sprünge machen können." Johann Müller wunderte sich über die geplanten hohen Kosten für die Dachsanierung. "Wir haben größere Projekte deutlich günstiger durchgeführt", gab er als Architekt zu bedenken.
Der Rat beschloss die Brandschutzmaßnahmen einstimmig; die Dachsanierung wird angegangen, wenn es der Haushalt hergibt.
Für den Januar versprochen hatte das Ingenieurbüro die Berechnung der Kosten eines getrennten Kanals für Schmutz- und Oberflächenwasser durch die Hauptstraße - sie wird erst im Februar vorgelegt. Der marode Kanal muss dringend ausgetauscht werden, ein Vorhaben, das die Gemeinde seit Jahren angehen will. Knackpunkt ist, dass es für die Hauptstraße als Staatsstraße bislang noch keine Zusage vom Träger, dem Staatlichen Bauamt, gibt. Die Gemeinde geht das Vorhaben nicht an, bevor nicht ein Signal der Behörde eingeht. Den Staatsstraßenbau wird sie nicht übernehmen - der Kanalbau reicht. Die Anlieger werden an den Kosten beteiligt.