Karl-Heinz Hofmann In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag im Landratsamt standen wichtige Entscheidungen an. So wurde festgelegt, dass das Jugendspirituelle Zentrum des Erzbischöflichen Jugendamtes auch im Jahr 2020 durch den Landkreis Kronach mit einem Zuschuss von 4000 Euro und der kostenfreien Erlaubnis der Nutzung des Stellplatzes und der Toiletten gefördert wird.

Unter der Maßgabe, dass während des Förderjahres ein deutlich gesteigerter Einsatz als mobiles Jugendzentrum im Landkreis Kronach erfolgt, wird für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. August 2021 eine nochmalige Förderung in Höhe von 4000 Euro in Aussicht gestellt. Das Jugendspirituelle Zentrum wird weiterhin als wertvoller Beitrag zur Wertevermittlung und als ein zeitgemäßer Ansatz erachtet, um junge Menschen zu einer Beschäftigung mit Sinnfragen und Spiritualität zu führen. Deshalb erscheint eine Verlängerung der Maßnahme gerechtfertigt, um das Angebot noch stärker als bisher im Landkreis Kronach bekannt zu machen.

Vermehrter Einsatz

Die Zielsetzung eines mobilen Jugendzentrums und damit der vermehrte Einsatz bei den zahlreichen Veranstaltungen von und für Jugendliche im Landkreis Kronach sind deshalb anzustreben. Zur Begründung des Antrags auf weitere Förderung gab Gemeindereferent Bernd Sorgenfrei in seiner Planung unter anderem neue dezentrale Angebote mit Kooperationspartnern an mehreren Standorten im Landkreis an.

Der Jugendhilfeausschuss befürwortet weiter die Teilnahme des Kreisjugendamtes Kronach an der Modellphase "Trau dich!" Hierzu soll ein Vertrag mit dem Theaterensemble Radiks abgeschlossen werden und bei der Stiftung "Bündnis für Kinder" die finanzielle Förderung für eine Theateraufführung an einem Aufführungstag beantragt werden.

Im Kreishaushalt sind für 2020 Haushaltsmittel in Höhe von 4600 Euro einzustellen. Landrat Klaus Löffler (CSU) sprach von einer riesigen Chance für die extrem wichtige Präventionsarbeit. Franz Kluge aus Tettau wunderte sich, dass nicht mehr Schulen und Schüler n als die angeführten Grundschulen Pressig, Steinwiesen, Weißenbrunn und das Sonderpädagogische Förderzentrum Pestalozzi- Schule mit rund 130 Schülerinnen und Schüler für die Theateraufführung vorgemerkt sind. Amtsgerichtsdirektor Jürgen Fehn unterstützte die Meinung von Franz Kluge. Er plädierte dafür, alle Grundschulen für die wichtige Maßnahme "Trau dich!" einzubeziehen. Er appelliert, auf Schulen und das Schulamt zuzugehen.

Landrat Löffler stimmte dem zu und meinte, es sei einen Versuch wert, auf alle Schulen zuzugehen und für die nächste Aufführung am 5. Mai 2020 im Kreiskulturraum intensiv zu werben. "Es ist ein Mehrwert für alle Schulen", so der Landrat.

Der Landkreischef informierte, dass der Landkreis Kronach sich an der Sanierung des Jugend- und Kulturtreffs "Struwwelpeter" mit 50 000 Euro beteiligen wird. Insgesamt sind Kosten in Höhe von 240 000 Euro vorgesehen, daran beteiligen sich die Stadt Kronach mit 100 000 Euro, die Erzdiözese Bamberg mit 50 000 Euro und die Oberfrankenstiftung mit 40 000 Euro. Wie Jugendamtsleiter Stefan Schramm mitteilte, beteiligt sich der Landkreis Kronach auch an der konzeptionellen Weiterentwicklung des Projektes "HaLT - Hart am LimiT" - reaktiver Baustein.

Die Weiterentwicklung wird durch das GKV-Bündnis für Gesundheit (gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen) gefördert. Die geförderten Module sind unabhängig von der Kassenzugehörigkeit der Jugendlichen. Zudem wurde die Zielgruppe erweitert, so dass auch Interventionen bei 18- bis 21-Jährigen gefördert werden können.

Schramm informierte darüber, dass an der Mittelschule Windheim seit 1. Juli 2019 ein Schulsozialpädagoge in Vollzeitstelle beschäftigt ist, sodass die Mittelschule Windheim ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Kronach hat. Insgesamt gibt es in Bayern nur 60 solcher Schulsozialpädagogen in Vollzeitbeschäftigung.

Aufgrund sinkender Schülerzahlen, die sich seit 2008/2009 von 229 Schülern auf 100 Schüler im Jahr 2019/2020 mehr als halbiert hat, wurde die Jugendsozialarbeit zum 31. Dezember 2019 einstimmig gekündigt.

In seinem Jahresbericht für 2018 gab Jugendamtsleiter Stefan Schramm einen detaillierten Einblick in die vielfältigen und vielschichtigen Aufgaben des Jugendamtes. "Es kann schon mal vorkommen, dass wir Sonntagnachts oder auch an Feiertagen zu Fällen gerufen werden", schilderte er an zwei Beispielen.

Als jüngstes Beispiel nannte er den Tod eines Familienvaters aus Kronach bei einem Verkehrsunfall. Er hinterließ fünf Kinder und seine Ehefrau. Für die Hinterbliebenen, die selbst schwer verletzt wurden, sind mehrere Hilfsmaßnahmen eingeleitet, in die auch das Jugendamt eingebunden sind. Die Kinder befänden sich auf dem Weg der Genesung, berichtete er. Allerdings muss ein Umzug eingeplant werden. Eine Spendenaktion laufe.

Oliver Skall (SPD) gab darauf bekannt, dass er und die beiden Kreistagskollegen Thomas Löffler (CSU) und Gerhard Löffler (FW) ihre Sitzungsgelder spontan spenden werden.

Haushaltsjahr

Zum Haushaltsjahr 2018 berichtete der Jugendamtsleiter, dass man gegenüber dem Haushaltsplan Minderausgaben in Höhe von 64 203 Euro verzeichnen kann. Diesen stehen Mehreinnahmen von 713 742 Euro gegenüber. Der sachliche Zuschussbedarf liege damit um 777 945 Euro unter dem Haushaltsansatz. Bezogen auf den Verwaltungshaushalt insgesamt liegt das Ergebnis 2018 mit 763 479 Euro und damit um 17,03 Prozent unter den Haushaltsansätzen.