Im November 2013 beschloss der Gemeinderat als Folge der Starkregenfälle im Juni, zusammen mit der Gemeinde Ködnitz ein gemeinsames Hochwasser- und Rückhaltekonzept für die Seitengewässer des Weißen Mains in Auftrag zu geben. Die Vorstellung des Ergebnisses durch das Ingenieurbüro Winkler und Partner GmbH in Stuttgart wird den Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstagabend nicht gefallen haben. Denn der Schutz vor künftigen Schäden, wie sie vor allem in Waizendorf als Folge dieser Regenfälle aufgetreten sind, wird teuer.
Wie Armin Binder, Bereichsleiter für Hydrologie und Hydraulik bei Gewässern, erläuterte, wurden in den Bereichen Waizendorf, Feulnerbach und Berliner Straße die Zuflüsse zu Gewässern wie dem Weißen Main untersucht. Eines machte er gleich deutlich: "Sobald wir in den Bereich ,Hangwasser' kommen, bewegen wir uns abseits jeder Förderungsmöglichkeit."


Die Kosten

Für Waizendorf hat das Ingenieurbüro folgende Fakten ermittelt: Die Verrohrungen der beiden Zuläufe von Nordwesten und Westen her sind ausreichend groß dimensioniert. Empfohlen wird hier eine Optimierung der Verrohrungseinläufe durch Schutzgitter, um Verstopfungen durch Laub und Schmutz zu verhindern. Anders schaut es bei der Verrohrung durch den Ort aus. Um die bei einem 100-jährigen Hochwasser geforderte Menge abfließen zu lassen, kommen zwei Möglichkeiten infrage. Austausch der Verrohrung auf einer Länge von 140 Metern, Kosten etwa 250 000 Euro. Oder ein Rückhaltebecken, Kosten etwa 340 000 Euro.
In Feuln wäre die Topografie im oberen Bereich des Feulnerbachs für ein Rückhaltebecken günstig, Kosten etwa 240 000 Euro. Beim Austausch der Verrohrung plus Gewässerausbau auf einer Länge von 222 Metern ermittelte das Büro Kosten von knapp 800 000 Euro.
In der Berliner Straße gibt es Probleme mit dem Straßenbauamt bei den ersten Überlegungen, die eine Durchleitung des Wassers unter der Staatsstraße auf die andere Seite vorsahen. Das Bauvolumen würde dort derzeit 100 000 Euro betragen. Der Bauausschuss war sich bei einer Ortsbesichtigung am 25. Juli darüber einig, dass dies bei einem Kosten-Nutzen-Vergleich nicht gerechtfertigt ist.
Ein Ingenieurbüro soll jetzt prüfen, ob eine Verbesserung des Kanals im Bereich der inneren Berliner Straße Richtung Feuerwehrhaus eine Entlastung bringen kann.
Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) machte noch einmal deutlich, dass es vorrangige Aufgabe sei, das abschüssige Wasser zu bändigen. "In Waizendorf werden wir dranbleiben müssen, und in Feuln überlegen, welche Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Wenn wir Geld in die Hand nehmen, muss es auch funktionieren." "Egal, was Sie auch machen: Auf den Weißen Main hat das alles keinen Einfluss", war der Schlusskommentar von Armin Binder.


Entwicklungskonzept

Nach der Verabschiedung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) sucht der Gemeinderat nach Möglichkeiten, diesem "Papiertiger" Leben einzuhauchen. "Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir die Ideen aus dem ISEK umsetzen können", sagte Bürgermeister Diersch. "Um entsprechende Vorhaben realisieren zu können, ist es notwendig, einen Maßnahmenkatalog aufzulegen." Hilfestellung soll dabei das Planungsbüro Quaas aus Weimar geben.
Ein Schlüsselprojekt aus ISEK ist das Thema "individuelle Ortsbilder bewahren und entwickeln". Daraus resultierte die Ausweisung eines "Sanierungsgebiets Ortskern Trebgast", das bereits auf den Weg gebracht wurde. "Gedacht ist hier eher an kleinere Maßnahmen, die in der Summe ein stimmiges Bild ergeben", gab Ingo Quaas die Richtung vor.