Wer waren die in Hammelburg geborenen Namensgeber für Straßennamen unserer Stadt? Dieser Frage ging Franz Josef Schneider bei seinem Vortrag im Geschichtskreis nach. Gut besucht war diese Veranstaltung im Europa-Haus. Um welcher Verdienste willen wurde den Personen die Ehre zuteil, über ihren Tod hinaus den Bürgern in den Straßennamen gegenwärtig zu sein?
Die Erinnerungen an diese herausragenden, längst verstorbenen Männer aus Politik, Wissenschaft und Kirche sind längst verblasst. Dennoch, im historischen Gedächtnis der Stadt sind ihre herausragenden Leistungen für die Bürgergesellschaft und ihr Ansehen in Staat, Wissenschaft und Kirche erhalten geblieben und dokumentiert.
Franz Josef Schneider, machte sich die Mühe und erforschte ihr Leben und ihre Verdienste aus den verfügbaren Veröffentlichungen und aus Archivmaterial. Er konnte auf Vorarbeiten von Doell, Ullrich, Brandler, Springer, Stöckner und Eberth zurückgreifen. Es sind Männer die den Vorzug hatten, in Hammelburg das Licht der Welt zu erblicken. Erstaunt hörten die Zuhörer von beachtlichen Stiftungen zugunsten der Stadt Hammelburg. Es war jedoch nicht so, dass bereits zu Lebzeiten der Straßenname vergeben wurde. Erst mit dem Tod der Persönlichkeit formte sich das abschließende Bild.
Der Stadtrat zeigte Respekt vor der Lebensleistung der Männer, ihre Verdienste für die Stadt und das Land und wussten diese im Weiterleben des Namensgebers auf Straßenschildern zu würdigen.
Großzügigkeit der Namensgeber im Hinblick auf finanzielle Zuwendungen an die Stadt in juristischer Form der Stiftung, sagt viel über den Gemeinsinn der Stifter aus. Im Sinne des Stifters waren die Gelder anzulegen und zu verwenden. Oft war der Stiftungszweck Förderung der Kinder und jungen Männer, wenn die häuslichen Verhältnisse ein Studium nicht zuließen. In diesen Fällen standen Mittel aus diesen Stiftungen zur Verfügung. Jakob Rinecker - Rineckerstraße - stiftete sein Vermögen an die Stadt. Als Verwalter des Stiftungsvermögens, wurde der Stadt die Bestimmung aufgetragen im Jahre 1844 wieder eine Neugründung eines Gymnasiums zu ermöglichen. Rinecker bedachte in seiner Stiftung auch die Armen der Stadt und sechs arme Erstkommunikanten, die jährlich aus dem Stiftungsvermögen Bekleidungsbeihilfe erhielten. Der Vortrag Schneiders war fesselnde Zeitgeschichte und wurde mit reichlichem Beifall bedacht. Dieter Galm/Franz Josef Schneider