Vor 125 Jahren wurde die katholische Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau geweiht. Zum Jubiläum präsentieren Wolfgang Trottmann (Orgel) und Lorenz Trottmann (Posaune) mit den Trompetern Benjamin Schuberth und Peter Weiß am Sonntag, 20. Oktober, um 17 Uhr große Werke aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Eintritt ist frei.

Die orchestralen Möglichkeiten der Orgel werden dabei voll ausgeschöpft. Alexandre Guilmants zweite Orgelsonate hat fast sinfonische Ausmaße. Dass auch eine Orchesterpartitur problemlos auf der Orgel dargestellt werden kann, wird sich bei Max Bruchs "Kol Nidrei", einer Phantasie über hebräische Themen zeigen. Für Violoncello und Orchester geschrieben, erklingt dieses Werk in einer Bearbeitung für Posaune und Orgel.

Gustav Holst wurde 1916 durch seine Monumental-Suite "Die Planeten" zu einem der berühmtesten Komponisten Englands. Zum Jubiläum erklingt allerdings das nicht minder beeindruckende "Duett Concertante" für Posaune und Orgel, das er 1894 komponierte - also zur gleichen Zeit, als in der "ULF" der erste Gottesdienst gefeiert wurde.

Doch warum ausschließlich in der Ferne schweifen? Auch Kulmbacher Komponisten sollen gewürdigt werden. So haben die vier Musiker aus dem umfangreichen Œuvre Johann Stadens eine kleine Suite zusammengestellt.

Wie der Vater ...

Staden kam als markgräflicher Hofmusiker nach Kulmbach, als der Bayreuther Hof 1605 auf der Plassenburg seine Residenz bezog. Seine Stelle hatte er ein Jahr zuvor durch ein Probespiel erworben, in dem er sich als einer der besten Musiker seiner Zeit bewies. Sein Sohn Theophil avancierte später zum bestbezahlten Musiker Nürnbergs.

In moderner Zeit konnte sich Horst Lohse - 1943 im Spiegel geboren - als Komponist behaupten. Zahlreiche Aufführungen auf renommierten Festivals und weltweite Kompositionsaufträge zeugen davon. Gewissermaßen als Gegenpol wird seine eher leise Komposition "Abschied" das Programm abrunden. so