von unserer Mitarbeiterin Judith Rziha

Forchheim — In Bayern wurde die Initiative "Bayern gegen den Schlaganfall" ins Leben gerufen. Neben Vorträgen und Aufklärungsveranstaltungen tourt dazu von Juni bis August ein Info-Bus durch über 50 bayerische Städte und Gemeinden. Am Dienstag, 29. Juli, hält er am Klinikum Forchheim.
Barbara Willaczek, Oberärztin am Klinikum Forchheim, erklärt, dass ein Schlaganfall nicht weh tue. Daher werde er oft unterschätzt. Ein Betroffener sollte jedoch umgehend ins Krankenhaus, um versorgt zu werden. Bei schneller ärztlicher Behandlung können Folgeschäden besser verhindert werden. Typische Symptome für einen Schlaganfall seien Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, einseitige Lähmungen, sowie Sprach-, Schluck-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen.
Der Tour-Bus informiert umfassend über das Thema. "Am Dienstag von 10 bis 16 Uhr ist der Bus in Forchheim. Dort werden Experten und Personal umfangreiche Beratung anbieten", kündigt Barbara Willaczek an.
Es werden beispielsweise Therapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten anwesend sein, um über Prophylaxe und Therapien aufzuklären. Das Ärzteteam und Pflegepersonal des Klinikums werden für persönliche Beratungen über Schlaganfall-Risiken sorgen. Außerdem wird das Bayerische Rote Kreuz mit einem Rettungswagen vor Ort sein und eine Besichtigung anbieten. Das Angebot einer Blutzucker- und Cholesterinwert-Messung übernimmt die Apotheke am Klinikum.
Für Hilfe nach dem Schlaganfall stehen der Sozialdienst und die Selbsthilfegruppe Sonnenschein zur Verfügung. Zudem gibt das regionale Ärztenetz UGeF (Unternehmung Gesundheit Franken) mit ihrem Partner AOK Bamberg eine allgemeine Beratung zu Gesundheitsfragen, zu Präventionskursen und zu den Risikofaktoren des Schlaganfalls.
Abseits der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, bei der UGeF eine jährliche Bestimmung des Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risikos ab dem 30. Lebensjahr und Untersuchungen zur Früherkennung durchzuführen.

Schlaganfall als Volkskrankheit

Der Schlaganfall ist nach Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und zählt zu den häufigsten Ursachen für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Täglich trifft es durchschnittlich 110 Bewohner des Freistaates. Jährlich sind es rund 270 000 Menschen, die davon überrascht werden.
"In Forchheim haben wir im Jahr etwa 300 Patienten, was hochgerechnet genau dem Landesdurchschnitt entspricht", berichtet Chefarzt Jürgen Gschossmann. Die Auslastung der Schlaganfall-Station zeige aber auch, dass das Angebot gut angenommen wird und die Patienten damit auch bestmöglichst versorgt werden können.
Eine wichtige Grundlage hierfür sei, dass eine gute Zusammenarbeit mit dem Uni-Klinikum Erlangen und den Kliniken in Bayreuth und Nürnberg bestehe. Damit herrsche an allen Standorten das gleich hohe, universitäre Niveau. Zusätzlich sei die Möglichkeit der Teleneurologie ein bedeutsamer Bestandteil der Versorgung. Über eine Kamera und einen Bildschirm können Ärzte aus dem Uni-Klinikum eine synchrone Untersuchung mit einem der Ärzte in Forchheim am Erkrankten durchführen.