Die Kammerkonzerte auf Banz stehen in dieser Saison unter dem Motto "Licht und Schatten". Ohne Dunkelheit wären die hellen Momente nichts Besonderes, so der künstlerische Leiter der Kammerkonzerte, Achim Melzer. Gerade in der Musik werde das deutlich. Piano und Forte, Dur und Moll , Dissonanz und Harmonie stünden im Spannungsbogen dieser Kunst.

Ein Bläserquintett, das am Sonntag das zweite Konzert im Kaisersaal präsentierte, erfüllte den Titel "Harmoniemusik" höchst professionell. Alle Musiker sind Mitglieder der Bamberger Symphoniker und Träger internationaler Auszeichnungen. Erstmals erklangen nicht etwa die Originalkompositionen, sondern Kopien bekannter Werke von Mozart und Haydn, für ein Bläserquintett recht eigenwillig von Martin Joseph Mengal und U. G. Schäfer bearbeitet. Sogar Wolfgang Amadeus Mozart kopierte seine "Zauberflöte" für nur drei Flöten, damit auch das Volk in bescheidenen Rahmen an dieser monumentalen Oper teilhaben konnte, denn nur wenige konnten sich damals den Besuch eines großen Konzertsaals oder Opernhauses leisten.

Anmutiges Schmankerl

Ein anmutiges Schmankerl zum Einstieg war die kapriziöse Wiedergabe von Mozarts bekanntem "Andante für eine Walze in einer kleinen Orgel". Die Bläser stellten eine der vier möglichen Varianten vor, die dem ursprünglichen Wunsch des Auftraggebers sehr nahekommen dürfte. Das Besondere ist, dass diese Musik wahrscheinlich nie eine historische Aufführung erlebt hat, aber nun im authentischen Klangkleid zu hören war.

Die Harmoniemusik erfreute vor der Pause mit vier unterschiedlichen Stücken aus Haydns Kompositionen, bearbeitet von Joseph Mengal. Dem beschwingten Einstieg im Allegro folgte das langsame Andante, bei dem das Horn mit rasend schnellen Läufen brillierte. Zum Tanz forderte das Minuetto allegretto auf, um schließlich in das imposante Finale Allegro zu münden. Hier schien die Kavallerie mit donnerndem Galopp über den Klosterhof in Banz zu preschen.

Opernmusik für Bläser war dem zweiten Konzertteil gewidmet. awe