Der Bund der Steuerzahler hätte seine Freude an der Arbeit von Andreas Eußner (Christliche Wähler Weichtungen), Christoph Klement (CSU), Felix Neunhoeffer (SPD), Wolfgang Rützel (Wählergemeinschaft Poppenlauer) und Winfried Streit (Bürgerblock Poppenlauer) gehabt. Diese fünf Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses nahmen die Jahresrechnung der Marktgemeinde 2015 ganz genau unter die Lupe.


20 Punkte geklärt

Um es gleich vorab zu sagen: Die Verwaltung hatte alle 20 angesprochenen Punkte klären können, es gab keinen Ärger. Und am Schluss wurde die Jahresrechnung 2015 einstimmig beschlossen, die Verwaltung entlastet. Es gab einige zum Teil sehr starke Haushaltsüberschreitungen, die dem Ausschuss auffielen. Für Öffentlichkeitsarbeit waren 2015 gerade 100 Euro vorgesehen. Hier wurde der Ansatz um 400 Prozent überschritten. Des Rätsels Lösung: Maßbach erstellte eine neue Homepage, dafür wurden neue Fotos gebraucht. Als der Haushalt aufgestellt wurde, waren diese Kosten noch nicht bekannt. Auf einer Haushaltsstelle waren 500 Euro Ausgaben vorgesehen, es wurden aber 4670 Euro. Die Mehrkosten entstanden durch die Aktion "Wunderbar Wanderbar". Mit Betrieben und Vereinen war vereinbart worden, dass die Gemeinde dafür 50 Prozent der Gewinne bekommt. Dadurch flossen 3427 Euro in die Kasse zurück und konnten als Einnahmen verbucht werden. 150 Euro wurden für Stromkosten für den Festplatz in Maßbach angesetzt, 937 Euro, also mehr als sechsmal so viel sind es 2015 geworden. Die Begründung ist einfach. Straßenbaumaßnahmen an der Staatsstraße 2281 verursachten Stromkosten in Höhe von 275 Euro und wurden der Straßenbaufirma in Rechnung gestellt.
Die 150-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach auf dem Festgelände verursachte Stromkosten von 338 Euro, die der Feuerwehr in Rechnung gestellt wurden. Sogar die 6,47 Euro Stromkosten, die beim Flohmarkt des Musikvereins Maßbach entstanden, wurden vom Verein eingefordert.


Teure Elektroheizung

Sehr hoch fiel auch die Steigerung der Stromkosten für die Schule in Weichtungen aus. Im Haushalt angesetzt waren 400 Euro, tatsächlich waren es aber 3044 Euro. Das bedeutet eine Haushaltsüberschreitung von 661 Prozent. Begründung: 2014 und 2015 wurde das Gebäude umgebaut, und im Winter stellte der Bauhof Elektroheizgeräte auf, um Frostsicherheit sicherzustellen und ein Einfrieren der Rohre zu vermeiden. Die Stromkosten konnten im Vorraus nicht eingeschätzt werden. 2015 wurden in die Schule Öfen eingebaut und zur genauen Erfassung des Stromverbrauchs Zähler für die Räume des Musikvereins und der Freiwilligen Feuerwehr eingebaut, um eine genaue Abrechnung zu ermöglichen.
Viel teurer als geplant war der Tausch eines 80-Liter-Liter-Warmwasserboilers im Haus Marktplatz 2. Eingeplant waren 200 Euro, es wurden aber 1350 Euro. Begründung: die Firma berechnete 6,5 Stunden Arbeit - länger als gedacht, da der Boiler schwer zugänglich war. Die Halterungen des alten Gerätes stimmten nicht mit denen des neuen Boilers überein. Deshalb musste zusätzlich noch eine neue Befestigung installiert werden.
Auch Minibeträge entgehen den kritischen Augen der Rechnungsprüfer nicht. Für die Bestellung eines Lehrbuchs durch die Grundschule, das 6,76 Euro kostete, wurde ein Auszahlungsbeleg gedruckt, den fünf Personen unterzeichneten. "Könnte dies mit einem geringeren Verwaltungsaufwand gelöst werden?" wollte der Ausschuss wissen. Der Aufwand wird geringer, denn die Gemeinde stellt von der kommunalen Haushaltsverordnung Kameralistik um auf ein neues System mit nur noch drei nötigen Unterschriften, so Bürgermeister Matthias Klement.